Schreibwettbewerbe 2022

Ausschreibungen und Anthologieprojekte sind eine gute Möglichkeit, erste Schritte in eine literarische Öffentlichkeit zu wagen. Ob das fürs aktuelle Schreibstadium etwas ist, müssen alle für sich selbst entscheiden. Einerseits können die vielfältigen und oft sehr spezifischen Vorgaben ganz neue kreative Potenziale freisetzen. Einigen hilft auch der feste Abgabetermin und der vorgegebene Rahmen, was Genre oder Länge betrifft. Auf der anderen Seite lenken solche zusätzlichen Schreibprojekte vielleicht ab, wenn man eigentlich an einem längeren Text arbeiten möchte …

Rückblick 2021 – Kurzgeschichten

In zwei Anthologien bin ich in diesem Jahr als Autorin vertreten:

Belegexemplar-Open-the-bottle-Die-Flasche-der-PandoraEinmal in einer Halloween-Anthologie, die Jessie und Kathrin von Buchgezeiten sehr liebevoll zusammengestellt und lektoriert haben. “Open the bottle – Die Flasche der Pandora” von der Scary Alliance. Die beiden planen auch zukünftig Anthologie-Projekte; es lohnt sich also, auf ihrer Seite immer mal wieder vorbeizuschauen.

Hier war es spannend, dass sie eine Anfangsszene mit zwei schreibenden Freundinnen, die sich Corona-konform via Online-Konferenz an Halloween treffen, vorgegeben haben. Was daraus für komplett unterschiedliche Geschichten entstanden sind, könnt ihr in der Sammlung nachlesen. In meiner Geschichte “Das blühende Leben” nährt sich ein misteriöses Wesen von den Streitigkeiten, die zwischen den beiden aufploppen …

ISBN: 978-3000700569

 

Vino-della-morte-Anthologie-der-TextgemeinschaftIn der Anthologie der Textgemeinschaft “Vino della Morte” ist mein Kurzkrimi “In vino Vera” erschienen. Vorgabe der Ausschreibung war, dass es in dem Krimi um Wein gehen soll. Wer wissen möchte, was es mit meiner Vera auf sich hat: Die Krimi-Anthologie gibt es als gedrucktes Buch und als E-Book.

Die Textgemeinschaft ist übrigens mit Anthologien insgesamt sehr rege. Immer wieder gibt es spannende Ausschreibungen. Diese werden auch langfristig schon angekündigt, sodass alle genug Zeit haben, ihre Fantasie sprießen zu lassen.

ISBN: 978-3754168660

 

6 Tipps rund ums Veröffentlichen

Wer schreibt, fragt sich irgendwann, was mit den eigenen Geschichten geschehen soll. Wenn sie nicht für die Schublade oder den privaten Gebrauch bleiben soll, sollten sich alle ein wenig informieren.

1. Tipp: Informationen über den Literaturmarkt einholen

In Deutschland erscheinen jedes Jahr zigtausend neue Bücher. Wie soll man sich da behaupten? Es geht – aber alle, die veröffentlichen möchten, sollten ein paar Dinge wissen.

Verlage haben zum Beispiel feste Programmplätze. So muss eine Ablehnung gar nichts über die Qualität des eigenen Manuskriptes aussagen; es kann einfach sein, dass es für die folgenden zwei Jahre keine Möglichkeit für ein Buch einer Debütantin oder eines älteren Mannes, zu diesem Thema – obwohl es ins Verlagsprogramm passt / denn dort sind alle Plätze mit Hausautoren besetzt – oder in diesem Genre gibt. Dennoch werden die meisten Manuskripte noch immer abgelehnt, weil Schreibende Verlage anschreiben, zu denen ihre Geschichte überhaupt nicht passt … Also immer gut informieren, bevor man etwas in die Welt schickt!

In Deutschland gibt es kaum einen Markt für Kurzgeschichten. Es gibt immer wieder Anthologien – dann aber entweder von etablierten, berühmten Schreibenden oder zu bestimmten Themen als Sammlung, z. B. über Wettbewerbe zu Weihnachten. Als unbekannte Autorin einen Verlag von einer Kurzgeschichtensammlung zu überzeugen, ist sehr schwierig. Das gilt auch für Lyrik – was nicht gekauft wird, wird auch nicht verlegt.

Wer also einen Verlag finden will oder einigermaßen viele Exemplare via Selfpublishing verkaufen möchte, sollte einen Roman parat haben. Für die Kurzgeschichtenschreibenden sind eher Veröffentlichungen über Wettbewerbe oder in Literaturzeitschriften möglich.

2. Tipp: Entscheiden – Verlagsveröffentlichung oder Selfpublishing

Literaturcamp – Was ist das?

Ob live oder als Online-Konferenz, für alle Schreibbegeisterten sind Literaturcamps eine tolle Gelegenheit, sich zu vernetzen. Andere Schreibbegeisterte kennenlernen, sich austauschen, dazu lernen, anderen von den eigenen Spezialgebieten erzählen, neue Ideen ausprobieren – all das gibt es auf Literaturcamps.

Was ist ein Literaturcamp?

Wer irgendeine Art von Barcamp kennt, weiß auch, wie ein Literaturcamp funktioniert. Barcamps sind Unkonferenzen. Die erste gab es im Sommer 2005 in den USA, seit dem Folgejahr finden auch ganz unterschiedliche im deutschsprachigen Raum statt. Sie stehen unter einem Thema – eben zum Beispiel Literatur, aber auch häufig technische oder regionale Fragen. Barcamps sind ein sehr offenes Format: Teilnehmen dürfen alle, die sich in irgendeiner Form dafür interessieren. Man muss ein Ticket kaufen, in dem häufig schon die Verpflegung inklusive ist; ansonsten sind keine Voraussetzungen zu erfüllen.

Jahreskurs Schreibimpulse

Dreiundzwanzig Mutige haben sich gefunden – sie lassen sich ein auf das Abenteuer wöchentlicher Schreibimpuls. Jeden Freitag geht eine Anregung an die Runde; im besten Falle entstehen also 53 Miniaturen, Szenen oder Geschichten(anfänge). Mal schauen, wer das ganze Jahr über kontinuierlich dabei bleibt.

Übrigens gibt es eine solche Schreibgruppe auch 2022; mit neuen Impulsen und virtuellen Treffen zwischendurch.

Hier zwei Beispiele für Schreibanstöße, die es 2021 schon gab:

 Schreibimpuls Maike Frie zu einem Foto von einem Koffer am Kanal

    Seite zwei des Schreibimpulses zum Koffer am Kanal

 

 

Schreibimpuls Erzählmaschine

Schreibimpuls Erzählmaschine 2

Zeichen sammeln

Ideen sammeln – Schreiben – Zeichen setzen.

Schön, wenn uns das gelingt. Immer wieder. Mit dem Schreiben Zeichen zu setzen.

Ich wünsche frohe Weihnachtstage und einen entspannten Jahresausklang!

 

Kreatives Schreiben 2021

Das Programm für Münsters Schreibwerkstatt 2021 ist da!

In unseren Schreibwerkstätten kommen Menschen zusammen, die Freude am Schreiben haben – egal, ob zum ersten Ausprobieren oder als versierte Textprofis. Zu ganz unterschiedlichen Impulsen werden Geschichtenfragmente, Miniaturen und Skizzen entworfen und geschrieben. Es gibt Informationen über den Literaturmarkt und unterschiedlichste Kreativtechniken zum Ausprobieren. In entspannter und wertschätzender Gruppenatmosphäre.

Was neu ist:

Was es wieder gibt:

Hier gibt es das Jahresprogramm als pdf zum Herunterladen.

Kreatives-Schreiben-in-Münster-2021 Kreatives-Schreiben-in-Münsters-Schreibwerkstatt-2021

 

Tipps zum Organisieren der eigenen Kurzgeschichten

Katalogsystem für eigene Geschichten

Wer viele kürzere Geschichten schreibt, kennt das Problem: Wie behalte ich den Überblick über meine eigenen Texte? Was ist das beste Ordnungssystem – für mich -, um bei den passenden Gelegenheiten die richtige Geschichte zur Hand zu haben? Denn den Überblick über die eigenen Texte zu behalten, ist eine klassische Schwierigkeit unter Schreibenden – zumindest für diejenigen, die nicht immer nur ein größeres (Roman-)Projekt gleichzeitig bearbeiten.

Karteikasten-Kurzgeschichten-Überblick-Maike-FrieVon den Hilfen, die unterschiedliche Schreibprogramme bieten, einmal abgesehen, bieten auch klassische Karteikarten (für mich funktionieren am besten DIN-A6-Karten) eine gute Möglichkeit, durch Symbole und Kennzeichnungen die verschiedenen Textmerkmale im Blick zu behalten.

Ein solches System eignet sich für alle, die

  • viele, eher kürzere Geschichten schreiben
  • eine eigene Geschichtensammlung zusammenstellen möchten
  • immer mal wieder für Ausschreibungen oder Anthologien Texte nach bestimmten Kategorien auswählen
  • gerne haptisch mit Papier arbeiten und Notizen auf einem realen Tisch ordnen

Karteikarte-Kurzgeschichtensammlung-Maike-FrieSymbole zur Kurzgeschichtenanalyse

Unterschiedliche Farben und Symbole – gerne aus einfachen Sketchnotes; dafür braucht man nämlich nicht toll zeichnen können – erleichtern den Überblick über die hilfreichen Informationen.