Tanzen und Schreiben

Katarina Pollner ist Autorin und Schreibtrainerin sowie Trainerin für ENERGY DANCE®. Diese Leidenschaften hat sie in einem Workshopkonzept verbunden, das ich auch schon bei ihr erleben durfte und von dem ich schlichtweg begeistert bin: „Tanzen und Schreiben“.

Katarina-Pollner-fotografiert-von-Ruth-Frobeen

In diesen Workshops wird – wie der Name schon sagt – getanzt und geschrieben. Die Bewegung aktiviert die Kreativität immer wieder neu und führt im Idealfall dazu, dass man einen Schreibflow erlebt. Es ist eine tolle Möglichkeit, gemeinsam mit anderen kreativ zu sein. Wie sie auf die Idee gekommen ist, diese beiden Bereiche miteinander zu verknüpfen und wie die Bewegung beim Tanzen das Schreiben inspirieren kann, davon hat sie mir in einem Interview erzählt. Hier ein Auszug:

Als Schreibtrainerin und Schreibende befasse ich mich damit, wie wir leichter Zugang zu Inspiration und Kreativität finden können. Im Zentrum steht die Frage, wie wir das überwinden können, was uns daran hindert, frei und furchtlos zu schreiben: in erster Linie unsere Zweifel und einschränkende Vorstellungen davon, wie wir schreiben sollten. Am besten gelingt das im Flow, einem Zustand, in dem wir eins sind mit dem, was wir tun, und das Gefühl für Zeit und Raum verlieren. Wer einmal Flow erfahren hat, weiß, was ich meine. Sowohl beim Tanzen als auch beim Schreiben kann sich Flow einstellen, wenn ich mich einlasse und loslasse.

Genre-Überblick von Schreibtrainerin Anette Huesmann

Die Schreibtrainerin Anette Huesmann erklärt in ihrem aktuellen Ratgeber „Buchgenres kompakt“ alles, was es für Autorinnen und Autoren zu diesem Thema zu wissen gibt. In ihrem Fachbuch erläutert sie, wie Genres entstanden sind und warum es diese Unterscheidungen gibt. Für alle, die sich mit dem Kreativen Schreiben beschäftigen, ist es eine gute Hilfestellung, um sich einen Überblick zu verschaffen und die eigenen Texte einordnen zu können. Denn auch wenn wir uns nicht gerne in Schubladen stecken lassen – wer veröffentlichen möchte, muss seine Texte einer klaren Kategorie zuordnen, damit sie für Verlage interessant sind und später in Buchhandlungen auch vermarktet, sprich einsortiert, werden können.

Wo verlaufen die Grenzen zwischen den Genres und Subgenres?

Auf der einen Seite erleichternd, auf der anderen Seite erschwerend: Texte lassen sich nicht so leicht in Schubladen einordnen, viele verstehen unter demselben Begriff andere Geschichten oder nutzen verschiedene Begriffe für dieselbe Geschichte. Dennoch bieten Einteilungen für alle, die mit Büchern zu tun haben, eine gute Orientierung. Aus Anette Huesmanns Klappentext:

Genres zeigen, was Bücher gemeinsam haben und was sie unterscheidet. Die Entwicklung der Genres im Laufe der Jahrhunderte lässt Erzähltraditionen sichtbar werden: Wo liegen die Wurzeln wichtiger Themen, was erzählten die Bücher dieser Genres früher und was erzählen sie heute?

Eindeutige und klar abgrenzbare Definitionen der Genres und Subgenres gibt es nicht. Viele Bezeichnungen sind im Laufe von Jahrhunderten im allgemeinen Sprachgebrauch entstanden, es finden sich Ungenauigkeiten und Überschneidungen.

Haben alle Romane eine Daseinsberechtigung?

Interview fürs Alumni-Magazin der WWU

„Den Schreibmuskel kann man trainieren“

– so lautet unsere gemeinsame Grundeinstellung beim Kreativen Schreiben. Eva-Maria Lerche vom Schreibraum Münster, die Autorin Katja Angenent und ich kooperieren seit gut zwei Jahren miteinander. Wir leiten Kurse gemeinsam, besuchen gegenseitig unsere Schreibwerkstätten, dürfen im Schreibraum zu Gast sein und entwickeln spannende Projekte zusammen. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann etwas über unseren Schreibmarathon lesen oder die Textperimente im Kreativ-Haus.

Schreibraum-Münster-WWU-Thomas-MohnDass wir alle einmal an der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster studiert haben – wenn auch nicht gleichzeitig und in verschiedenen Fachbereichen – war dabei nie Thema. Dr. Nora Kluck als Projektkoordinatorin des Alumni-Clubs der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster hat das beim 1. Kreativen Schreibmarathon im Schreibraum Münster im November 2018 aufgegriffen und uns nun zu unserem Studium, unseren Erfahrungen und unserer Zusammenarbeit befragt.

Märchen-Umschreibungen von Nina Bodenlosz

Im Texttreff, dem Netzwerk wortstarker Frauen, ist das gegenseitige Bewichteln mit Blogbeiträgen eine gute Tradition. Meine liebe Kollegin Nina Bodenlosz hat mir Fragen rund um ihre Märchen-Umschreibungen beantwortet. Ihr aktuelles Buch, „Dornröschen, wir müssen reden“, habe ich auch Ende 2018 als Weihnachtsgeschenk empfohlen – umso mehr freue ich mich, dass sie uns nun einen Blick hinter die Kulissen ihrer Umschreibungen gewährt:

Seit wann schreibst du Geschichten rund um Märchen? Wie ist es dazu gekommen?

Katarina-Pollner-fotografiert-von-Ruth-FrobeenDas Spiel mit bekannten Motiven und Figuren fasziniert mich schon längere Zeit. Regelmäßig befasse ich mich mit Märchenumschreibungen seit ein paar Jahren. Ich hatte mit einer Runde Autorinnen die Vereinbarung, jede Woche einen (kurzen) Text zu schreiben und den anderen zu schicken. Niemand war verpflichtet, alle sogenannten Montagstexte zu lesen oder zu kommentieren. Die Verabredung sollte lediglich als Motivationsschub dienen. Tatsächlich schrieb ich viel in diesem Jahr, auch wenn das Schreiben schwierig wurde oder viele andere Dinge zu tun waren. Auf der Suche nach wöchentlichen Themen kam ich aufs Märchen. Mit Leichtigkeit und Vergnügen schrieb ich etliche Märchen um – verdrehte die Handlung, änderte die Hauptfigur oder setzte einen neuen Rahmen. Und je mehr Märchen ich mir vornahm, desto mehr faszinierte mich diese Arbeit.

Kurzgeschichtenwettbewerb der Uni Münster

Am 6. Mai ist es soweit: Die PreisträgerInnen des diesjährigen Kurzgeschichtenwettbewerbs der Uni Münster werden geehrt. Vor Jahren war ich vor zweien dieser Preisverleihung aufgeregt, weil ich zu den Preisträgerinnen gehört habe. In diesem Jahr betrifft mich die Veranstaltung wieder, weil ich dieses Mal „auf der anderen Seite“ dabei bin. Denn ich bin Teil der Jury. Und das ist spannend, denn wie auf der Uni-Seite zu lesen ist:

Alle eingereichten Beiträge, die den Teilnahmebedingungen entsprechen, werden von einer Jury begutachtet, die drei Preisträger*innen benennt. Der Kurzgeschichtenwettbewerb ist mit insgesamt 1.500€ dotiert.

Wir haben also gemeinsam eine Verantwortung. Nicht nur, das Preisgeld zu verteilen, sondern auch, diejenigen glücklich zu machen, die einen der Preise bekommen, und gleichzeitig die anderen zu enttäuschen, die leer ausgehen.

Wie läuft die Juryarbeit eines Literaturpreises ab?

Textperimente mit Blackout Poetry

Neuauflage der #Textperimente im Kreativ-Haus Münster

2018 haben wir den Auftakt gemacht mit einem Tag rund ums Kreative Schreiben im Kreativ-Haus Münster: die Textperimente.

Dieses Netzwerk-Experiment mit mehreren Dozentinnen war ein inspirierender, entspannter und kreativer Tag, der sowohl uns als auch den Teilnehmenden großen Spaß gemacht hat. Deshalb stand schnell fest: Das gibt es auch im Frühling 2019 wieder. Am Karnevalswochenende war es so weit: Wieder bwz. zum ersten Mal gab wurden lauter kurze Geschichten geschrieben (mal zu vergessenen Wörtern, mal als Kurzkrimi, mal als Fünfminuten-Geschichte), geklebt (in Wortcollagen) und gestaltet (beim Kalligrafie-Workshop und mit Blackout Poetry). In bewährter Runde – mit einem Neuzugang – waren wir aktiv:

Blackout Poetry

2. Kreativer Schreibmarathon 2019

Passend zum NaNoWriMo (National Writing Month), bei dem viele AutorInnen weltweit versuchen, innerhalb des Novembers den Rohentwurf eines Romans fertigzustellen, gibt es nach dem spannenden Auftakt im letzten Jahr auch 2019 einen Kreativen Schreibmarathon. Eva-Maria Lerche, Katja Angenent und Maike Frie geben verschiedene Workshops, leiten Schreibzeiten und bieten Friendly Feedback an, um allen Interessierten viele Impulse für ihr Schreiben zu liefern.

Vormittags gibt es Workshops zum Plotten, zur Figurengestaltung, zum Schreibfluss, zu Dialogtechniken, zum spannenden Schreiben sowie zum Selbstlektorat. Nachmittags gibt es Schreibzeiten mit inspirierender Atmosphäre zum Arbeiten an eigenen Projekten.

Die Schreibtrainerin Anette Huesmann

Anette Huesmann ist Die-Schreibtrainerin – so ist sie im Internet unterwegs. Ich kenne sie aus dem Texttreff, dem Netzwerk wortstarker Frauen. In Heidelberg bietet sie mehrtägige Intensiv-Seminare zum Kreativen Schreiben an und auf ihrem Blog finden sich viele ausführliche und hilfreiche Artikel rund ums Kreative Schreiben, auf die ich immer wieder gerne verweise. Grund genug, sie einmal zu ihrem Angebot zu befragen:

Liebe Anette, was ist ein typisches Anliegen, mit dem Schreibende sich an dich wenden?

Viele Menschen kommen mit Zweifeln zu mir: Ist die Idee gut, an der sie gerade arbeiten? Schreiben sie gut genug, um einen Roman schreiben zu können? Ist der Plot spannend genug? Und vieles mehr. Sie wünschen sich eine ehrliche Rückmeldung für das, was sie tun oder was sie planen. Und eine ehrliche Rückmeldung bekommen sie von mir auch.

Welche Kurse bietest du an?

Textperimente im Kreativ-Haus – die zweite Auflage

Ein Tag rund ums Kreative Schreiben

mit Katja Angenent, Brigitte Borchers, Maike Frie, Eva-Maria Lerche und Doris Reich

2. März 2019, 10 bis 16:30 Uhr im Kreativ-Haus Münster

Einfach mal mit Worten, Sprache, Schrift und Formen textperimentieren. An diesem Kreativ-Tag können Sie bei verschiedenen Dozentinnen mit allen Sinnen schreiben. Am Ende feiern wir jedes Wort, das den Weg aufs Papier gefunden hat.

Am Vor- und Nachmittag können Sie jeweils einen von drei verschiedenen Workshops wählen, bei denen mit unterschiedlichen Schreibimpulsen die Kreativität geweckt wird. So entstehen heitere, bunte, nachdenklich stimmende, skurrile oder rabenschwarze Wortbilder, Collagen oder ganze Geschichten, frei erfunden oder wirklich erlebt.

Workshops am Vormittag

Neujahrswünsche

Immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel …

und stets unter der Flagge der Zufriedenheit segeln – das wünsche ich uns allen für 2019!

Und wer schon gute Schreibvorsätze fassen möchte: In Münsters Schreibwerkstatt stehen dieses Jahr eine Reihe von schönen Kooperationen an (übrigens für mich immer ein Grund zur Zufriedenheit, wenn ich mit netten KollegInnen gemeinsam Ideen entwickeln und umsetzen darf):

 

Foto: Sebastian Frie