Selbstlektorat – Wie überarbeite ich meine eigenen Texte?

Wozu Selbstlektorat?

Warum die eigenen Texte lektorieren? Ich habe beim Schreiben doch schon das Beste gegeben! Ja, aber zu feilen gibt es noch lange etwas – und auch wenn man Testlesende oder vielleicht sogar ein professionelles Lektorat ins Boot holt, ist es gut, die eigenen Texte so geschliffen wie möglich rauszugeben, damit die Außenlesenden sich auf die tieferen, versteckteren Dinge konzentrieren können.

Beim Überarbeiten der eigenen Texte stößt man jedoch schnell auf eine Schwierigkeit: Man wird betriebsblind für die eigenen Stärken und Schwächen, unsicher, was tatsächlich großartig ist und was einer Bearbeitung bedarf. Deshalb hier ein paar Hilfestellungen, wie man ans Lektorieren der eigenen Geschichten herangehen kann. Diese und weitere Tipps erscheinen in einer Artikelreihe im Schreibnewsletter The Tempest in drei Teilen von November bis Januar. Hier ein paar Auszüge daraus:

Ungehindert – Ola Henmos Biografie über Torstein Lerhol

Ungehindert – norwegische Biografie von Ola Henmo

Der Journalist Ola Henmo hat ein beeindruckendes Porträt geschaffen – und zwar über den beeindruckenden Lebensweg von Torstein Lerhol. Der Politiker und Lehrer ist mit schwerer spinaler Muskelatrophie (SMA) geboren. Bewegen kann er nur einen Finger – und seine Gehirnzellen, und das auf beeindruckende Weise. Ola Henmo zeichnet seine Geschichte auf und bringt allen Lesenden diesen starken Mann näher, der nur eins möchte: ungehindert leben.

Der Autor Ola Henmo ist Schriftsteller und Journalist. Er arbeitete für die größte Tageszeitung in Norwegen, Aftenposten, und veröffentlichte mehrere hochgelobte Biografien. Über Jahre hat er Torstein Lerhol immer wieder getroffen, ist mit ihm gereist, hat ihn bei Vorträgen und inmitten seiner Freunde erlebt. So konnte ein Porträt entstehen, das mit Wärme geschrieben alle Aspekte dieses so außergewöhnlichen Lebens – auch kritisch – reflektiert.

Übersetzungslektorat: Beinahe Herbst

Beinahe Herbst – norwegisches Jugendbuch von Marianne Kaurin

Wie fühlt es sich an, als jüdische Familie im besetzten Norwegen zu leben? Durch Marianne Kaurins Jugendroman „Beinahe Herbst“ dürfen wir es miterleben. Die junge Ilse Stern ist die Hauptfigur des Romans – wie Anne Frank hat sie die ganz normalen Träume, Hoffnungen und Sehnsüchte von Teenagern, die durch den Krieg ein jähes Ende finden. Das gilt auch für ihre ältere Schwester und die anderen Mitglieder der Familie Stern sowie für die Nachbarn im Mietshaus: Sie alle wollen am liebsten nur ihr kleines Leben in Ruhe weiterleben dürfen – sie wollen eine gute Arbeit finden, sich verlieben, für die Familie da sein. Und dann kommen diese Fragen und Entscheidungen dazwischen: Auf welcher Seite stehe ich? Was kann ich schon tun oder verhindern?

Aus der Arctis-Verlagsvorschau:

Sonja wartet auf ihre jüngere Schwester Ilse. Sie hätte längst zu Hause sein sollen. In Oslo fällt der erste Schnee. Plötzlich klopft es an der Tür. Draußen stehen drei Polizisten. Es ist das Jahr 1942.

Der preisgekrönte Roman »Beinahe Herbst« handelt vom Schicksal der jüdischen Familie Stern im okkupierten Norwegen, von der Kraft der ersten großen Liebe, vom Hoffen und Verlieren, von kleinen Zufällen und großen Träumen.

Ich freue mich, dass ich wieder als Übersetzungslektorin an Bord war. Was eine Lektorin zu einem übersetzten Buch beitragen kann, habe ich im Artikel zum ersten Band der Rabenringe-Trilogie beschrieben.

Mit der Überstzerin Dagmar Mißfeldt habe ich schon bei zwei der drei Rabenring-Bände zusammengearbeitet. Wie schon gewohnt bekam ich eine professionelle und sprachlich kreative Übersetzung auf den Schreibtisch, die so wunderbar den norwegischen Originalton – passend zur Handlungszeit – trifft.

Die Autorin Marianne Kaurin

Marianne Kaurin, geboren 1974, absolvierte eine Ausbildung am Norsk Barnebokinstitutt für Kinder- und Jugendliteratur. 2012 debütierte sie mit Beinahe Herbst, für den die Autorin großartige Kritiken und zwei der wichtigsten Jugendliteraturpreise des Landes erhielt. Die Autorin hat zudem zwei Kinderbücher veröffentlicht.Sie lebt mit ihrer Familie in Oslo.

 

Buchinformationen

  • Autorin: Marianne Kaurin
  • Titel: Beinahe Herbst
  • Übersetzerin: Dagmar Mißfeldt
  • Genre: Roman für Jugendliche ab 14 Jahren
  • ISBN: 978-3-03880-031-6
  • Verlag: Arctis Verlag
  • Preis: 16 Euro (Hardcover)

 

Coverbild: Arctis Verlag

 

Ich freue mich über Hinweise auf Rezensionen, die ich an dieser Stelle gerne verlinken werde.

Übersetzungslektorat Rabenringe: Gabe

Gabe – der letzte Teil der Rabenringe-Trilogie

Nun ist die Rabenringe-Trilogie vollständig auf Deutsch erschienen: Mit dem dritten Band Gabe, nach Odinskind im Juli 2018 und Fäulnis im Januar 2019, findet die Fantasy-Geschichte um die jugendliche Heldin Hirka ihren Abschluss. Die norwegische Autorin Siri Pettersen führt Hirka in eine dritte fremde Welt: Die ihres Vaters, in der sie eigentlich aufwachsen sollte. Wieder muss sie sich an neue Lebensbedingungen anpassen, wieder muss sie mit Vorurteilen zurechtkommen. Es bleibt ihr Schicksal, überall ein bisschen, aber nirgendwo ganz dazuzugehören.

Genre-Überblick von Schreibtrainerin Anette Huesmann

Die Schreibtrainerin Anette Huesmann erklärt in ihrem aktuellen Ratgeber „Buchgenres kompakt“ alles, was es für Autorinnen und Autoren zu diesem Thema zu wissen gibt. In ihrem Fachbuch erläutert sie, wie Genres entstanden sind und warum es diese Unterscheidungen gibt. Für alle, die sich mit dem Kreativen Schreiben beschäftigen, ist es eine gute Hilfestellung, um sich einen Überblick zu verschaffen und die eigenen Texte einordnen zu können. Denn auch wenn wir uns nicht gerne in Schubladen stecken lassen – wer veröffentlichen möchte, muss seine Texte einer klaren Kategorie zuordnen, damit sie für Verlage interessant sind und später in Buchhandlungen auch vermarktet, sprich einsortiert, werden können.

Wo verlaufen die Grenzen zwischen den Genres und Subgenres?

Auf der einen Seite erleichternd, auf der anderen Seite erschwerend: Texte lassen sich nicht so leicht in Schubladen einordnen, viele verstehen unter demselben Begriff andere Geschichten oder nutzen verschiedene Begriffe für dieselbe Geschichte. Dennoch bieten Einteilungen für alle, die mit Büchern zu tun haben, eine gute Orientierung. Aus Anette Huesmanns Klappentext:

Genres zeigen, was Bücher gemeinsam haben und was sie unterscheidet. Die Entwicklung der Genres im Laufe der Jahrhunderte lässt Erzähltraditionen sichtbar werden: Wo liegen die Wurzeln wichtiger Themen, was erzählten die Bücher dieser Genres früher und was erzählen sie heute?

Eindeutige und klar abgrenzbare Definitionen der Genres und Subgenres gibt es nicht. Viele Bezeichnungen sind im Laufe von Jahrhunderten im allgemeinen Sprachgebrauch entstanden, es finden sich Ungenauigkeiten und Überschneidungen.

Haben alle Romane eine Daseinsberechtigung?

Übersetzungslektorat Rabenringe: Fäulnis

Inzwischen ist der zweite Teil der Rabenringe-Trilogie der norwegischen Autorin Siri Pettersen auf dem Markt: Fäulnis

Wieder durfte ich diesen spannenden Fantasy-Band als Lektorin begleiten. Wer wissen möchte, was ein Übersetzungs-Lektorat ist, kann meinen Artikel zum ersten Band – Odinskind – der Rabenringe lesen. Dort gibt es auch eine Einfürung in die Welt der jugendlichen Hauptfigur Hirka.

Fäulnis – zweiter Teil der Rabenringe-Trilogie

Aus dem Lektorat: Odinskind

Heute ist es erschienen: Das Buch Odinskind aus der Rabenringe-Trilogie von Siri Pettersen. Als Lektorin durfte ich es begleiten und es hat Spaß gemacht, das Original sowie die Übersetzung zu lesen. Odinskind entführt Fantasy-Begeisterte in eine Welt mit Wurzeln in der nordischen Mythologie. Es ist als Jugendbuch für Lesende ab 14 Jahren geeignet, die die Hauptfigur Hirka auf ihrer Suche nach der eigenen Identität begleiten wollen –  in eine Welt, in die Hirka nicht recht zu passen scheint.

Lektorentage in Bonn

Gerade sind sie vorüber – die Lektorentage im Jubiläumsjahr

In diesem Jahr haben wir uns in Bonn getroffen, am Freitag zum Netzwerkabend, am Samstag zur Fachtagung und am Sonntag zur Mitgliederversammlung. Dazwischen: ganz viel weiteres Netzwerken, eine Menge Essen und lauter tolle Gespräche mit alten Bekannten und neuen Gesichtern. Thema des gesamten Wochenendes: „Qualität im (Self-)Publishing“