Schreibwettbewerbe 2024

Schreibt ihr lieber kürzere Geschichten oder fangt gerade an, über Veröffentlichungen nachzudenken? Dann können literarische Ausschreibungen etwas für euch sein.

Es gibt Anthologieprojekte, bei denen Verlage, Autor*innengruppen oder regional Aktive zu bestimmten Themen Texte sammeln. Wer sich hieran beteiligt, erhält oft kein Honorar oder ein geringes anteiliges, kommt aber mit Engagierten in Kontakt, kann Lesungserfahrungen sammeln und erste Veröffentlichungen.

Bei Stipendien gibt es zum Beispiel Werks- oder Residenzstipendien. Häufig wird für eine Bewerbung hier eine eigenständige Veröffentlichung in einem (Publikums-)Verlag gefordert, jedoch nicht bei allen. Residenzstipendien verlangen wochen- oder monatelange Aufenthalte am Ausschreibungsort, oft verknüpft mit Kursen oder Lesungen, zu denen man verpflichtet ist. Für nebenberuflich Schreibende oder welche mit Familie nahezu unmöglich zu realisieren. Werksstipendien dagegen unterstützen den Schreibprozess mit einem monatlichen Betrag, der einen von anderen Verpflichtungen befreit; häufig ist damit auch ein Mentoringprogramm verknüpft.

Literaturzeitschriften honorieren Beiträge manchmal finanziell, häufig jedoch nicht. Sie kämpfen allerdings auch oft damit, dass sie zwar viele Interessierte haben, die dort Geschichten veröffentlichen möchten, jedoch wenige Unterstützende, die Zeitschriften abonnieren. Schaut euch auf jeden Fall mal auf dem Gebiet um und kauft auch Literaturzeitschriften, damit sie uns lange erhalten bleiben! Eine schöne Übersicht gibt es zum Beispiel bei der Textmanufaktur.

Literaturwettbewerbe werden von vollkommen unterschiedlichen Veranstaltenden organisiert. Es gibt regionale Wettbewerbe, welche von Kultureinrichtungen oder anlassbezogene. Manche sind seit zig Jahren etabliert und attraktive Preisgelder winken.Andere finden nur einmalig statt, z. B. zu einem Stadtjubiläum. Als Faustregel gilt: Je älter, bekannter und höher dotiert ein Wettbewerb ist, desto größer die Konkurrenz – auch durch etablierte Schreibende.

Über diese verschiedenen Ausschreibungen könnt ihr euch hier informieren:

Worauf sollte man bei Literaturwettbewerben achten?

Wenn man sich bei literarischen Ausschreibungen beteiligen möchte, ist es wichtig, sich genau über die Bedingungen zu informieren.

  • Wie lautet das genaue Thema? Gibt es dazu weitere Informationen, Tipps oder Hinweise?
  • Welche Textgattung bzw. welches Genre wird gesucht? (Prosa, Lyrik, Essay, aber auch so etwas wie Fantasy, Krimi, Liebesgeschichte, allgemeine Belletristik)
  • Gibt es eine Altersbeschränkung?
  • Sollen die Einsendungen aus einer bestimmten Region kommen? (oft Heimat oder aktueller Wohnort)
  • Welche Länge dürfen die Texte haben?
  • Gibt es formale Hinweise zur Einsendung? (anonym mit Kennwort, Formatierungen o. ä.; manchmal werden noch Einsendungen per Post gewünscht)

Aktuelle Auschreibungen 2024

Einige schöne und regelmäßige Ausschreibungen sind im Januar noch nicht online, wie vom Literaturhaus Zürich oder dem deutschen Kurzkrimipreis oder dem deutschen Kurzgeschichtenpreis (früher Münchner Menüwettbewerb) oder dem Bad Godesberger Literaturpreis. Schaut einfach mal im Laufe des Jahres auf deren Seiten selbst oder via die oben genannten Sammel-Informationsseiten.

Die Zeitschrift “introspektiv” der Prosa:ist:innen sucht wöchentlich via Instagram Kürzesttexte, von denen eine Auswahl in der gedruckten Ausgabe erscheint. Fürs neue Heft gibt es jeweils ein Thema, zu dem dann auch längere Geschichten gesucht werden.

  • Der Literaturpreis NordOst (15.02.2024) hat originelle Bedingungen zum Thema “In Finsternis”. Auf einer Liste stehen Begriffe, die in den gewünschten utopischen Texten NICHT vorkommen sollen.
  • Der Elysion Verlag hat immer eine Reihe von Ausschreibungen online. Es entstehen liebevoll gemachte Anthologien; die Texte werden lektoriert, was bei Ausschreibungen leider nicht immer der Fall ist. Aktuell ist zum Beispiel zu Ende Februar das Thema “Tödliche Lügen”, bei dem gerne reale Geschichten genommen werden.
  • Die Literaturzeitschrift Etcetera sucht bis Mitte März kurze, maximal vier Seiten lange Geschichten zum Thema “Erinnerung – alles vorbei?”. Im Juli dann zu “Verluste und Verloren Geglaubtes”, im September zu “Zimt und Muskatnuss – Metaphorisches”.
  • Die Münchner Schreiberlinge sind ein sehr engagiertes Autor*innenkollektiv. Sie geben auch immer wieder Anthologien heraus. Bis Ende März werden Texte (15.000-20.000 Zeichen) zum Thema “Sonnen-Erwachen” gesucht. Hierfür gibt es ein festgelegtes Zukunfts-Szenario, in das die Texte passen müssen.
  • Im Frühling ist in der Regel Einsendeschluss für den gut dotierten Literaturpreis der Zeitschrift “Erostepost”. Schaut einfach mal, welches Thema für 2024 gilt; derzeit ist es noch nicht online. Allerdings kann man auch abseits des Wettbewerbes Texte einschicken. Der nächste Redaktionsschluss ist der 01.04.2024.
  • Bis Mitte April kann man der Literaturzeitschrift &radieschen kurze Texte (max. 6.000 Zeichen) zum Thema “tarnen & täuschen” schicken. Auch Themen für später im Jahr sind bereits online zu finden.
  • Das Magazin zugetextet.com hat zum 31.05.2024 eine Doppelausschreibung zu “Glauben versus Wissen” / “Wissen versus Glauben” – hier gibt es auch schon eine Ausschreibung für 2025 und zusätzlich werden Cartoons, Grafiken, Essays usw. gewünscht.
  • Die Literaturzeitschrift “Am Erker” kommt zwei Mal im Jahr heraus. Darin finden sich Geschichten von etablierten und unbekannten Schreibenden. Von mir ist auch schon mal eine Geschichte dort erschienen. Zum 30.06.2024 werden Texte zum Stichwort “Wir” gesucht.
  • Das ultimative Magazin DUM stellt recht früh fürs ganze Jahr verschiedene Redaktionsschlüsse vor. Mitte Juli zum Beispiel “Regen – von Aufregen bis Regenbogen” und Mitte September “Hagel – von Begaglichkeit bis Dachschaden”.

Am 27. Januar gebe ich bei Treffpunkt Schreiben einen Online-Kurs genau zu dem Thema: Der motivierende Planungsworkshop hilft bei der Jahres-Schreibplanung.

Ich bin gespannt auf eure Erlebnisse und weitere Tipps rund um Schreibwettbewerbe – erzählt gerne in den Kommentaren davon!

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