Kreatives Schreiben 2021

Das Programm für Münsters Schreibwerkstatt 2021 ist da!

In unseren Schreibwerkstätten kommen Menschen zusammen, die Freude am Schreiben haben – egal, ob zum ersten Ausprobieren oder als versierte Textprofis. Zu ganz unterschiedlichen Impulsen werden Geschichtenfragmente, Miniaturen und Skizzen entworfen und geschrieben. Es gibt Informationen über den Literaturmarkt und unterschiedlichste Kreativtechniken zum Ausprobieren. In entspannter und wertschätzender Gruppenatmosphäre.

Was neu ist:

Was es wieder gibt:

Hier gibt es das Jahresprogramm als pdf zum Herunterladen.

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Tipps zum Organisieren der eigenen Kurzgeschichten

Katalogsystem für eigene Geschichten

Wer viele kürzere Geschichten schreibt, kennt das Problem: Wie behalte ich den Überblick über meine eigenen Texte? Was ist das beste Ordnungssystem – für mich -, um bei den passenden Gelegenheiten die richtige Geschichte zur Hand zu haben? Denn den Überblick über die eigenen Texte zu behalten, ist eine klassische Schwierigkeit unter Schreibenden – zumindest für diejenigen, die nicht immer nur ein größeres (Roman-)Projekt gleichzeitig bearbeiten.

Karteikasten-Kurzgeschichten-Überblick-Maike-FrieVon den Hilfen, die unterschiedliche Schreibprogramme bieten, einmal abgesehen, bieten auch klassische Karteikarten (für mich funktionieren am besten DIN-A6-Karten) eine gute Möglichkeit, durch Symbole und Kennzeichnungen die verschiedenen Textmerkmale im Blick zu behalten.

Ein solches System eignet sich für alle, die

  • viele, eher kürzere Geschichten schreiben
  • eine eigene Geschichtensammlung zusammenstellen möchten
  • immer mal wieder für Ausschreibungen oder Anthologien Texte nach bestimmten Kategorien auswählen
  • gerne haptisch mit Papier arbeiten und Notizen auf einem realen Tisch ordnen

Karteikarte-Kurzgeschichtensammlung-Maike-FrieSymbole zur Kurzgeschichtenanalyse

Unterschiedliche Farben und Symbole – gerne aus einfachen Sketchnotes; dafür braucht man nämlich nicht toll zeichnen können – erleichtern den Überblick über die hilfreichen Informationen.

Tipps fürs Erschaffen spannender Figuren

Wer is’n das? Nicht so eindeutig. Harry Potter dagegen erkennen alle sofort an seiner Narbe, Sherlock Holmes an Hut und Pfeife. Aber nicht nur äußere Merkmale machen Geschichten-Held*innen unverwechselbar, das können ebenso gut ihre Begleitungen – wie die Schildkröte Kassiopeia bei Momo – sein oder Charaktereigenschaften wie Pippi Langstrumpfs unerschütterlicher Optimismus. Denn Figuren sind das Herzstück einer Geschichte, mit ihnen wollen wir uns beim Lesen identifizieren, an ihnen wollen wir uns reiben, mit ihnen fiebern wir mit, sie hassen oder lieben wir abgrundtief.

Wer selbst schreibt, fragt sich häufig: Wie erschaffe ich unvergessliche Figuren? Die simple Antwort lautet: Indem wir zunächst unverwechselbare Figuren schaffen. Leichter gesagt als getan? Es gibt einige Hilfsmittel, um zu diesem Ziel zu gelangen.

Figurenbiografien anlegen

Überlegt, wie zentral die Figur für eure Geschichte ist, wie intensiv ihr in ihre Vorgeschichte eintauchen wollt. Für die Briefträgerin des Nachbars müsst ihr nicht unbedingt Lieblingsgericht und Kindeheitstrauma kennen, nur um herauszukristallisieren, ob sie eher zurückhaltend „Hallo“ murmelt oder immer ein fröhliches „Guten Morgen“ schmettert. Aber in eure Hauptfiguren solltet Vorarbeit investieren. Je besser ihr sie kennt, desto sicherer könnt ihr ihre Verhaltensweisen beschreiben. Nehmt sie doch einfach mal mit, wenn ihr unterwegs seid und überlegt, wie sie sich in dieser oder jener Situation verhalten würde: Was würde sie beim Bäcker kaufen? Würde sie jemanden, der seine Zigarettenkippe achtlos wegwirft, darauf ansprechen oder das ignorieren?

Hier noch ein paar klassische Fragen zu Figuren:

Auswärtsausschuss – eine Geschichte aus Norwegen

Zwei Schlüsselchen öffnen dir jedes Herz, zwei niedliche, kleine, blanke. Sie heißen Bitte und Danke.

In Pias Hand glänzen vier Schlüssel in der Nachmittagssonne. Sie hasst diesen Spruch, den ihre Mutter sie immer und immer wieder in die Poesiealben zu schreiben gezwungen hat. Wenigstens bei Philipp hätte sie … Aber es ist eben nicht ihre Art, ihrer Mutter zu …
Am meisten hasst sie es, dass ihr jetzt und hier, in dieser Situation dieser Spruch durch den Kopf geht. Nein, der Spruch kann nichts dafür, es ist ihre Mutter, die jetzt und hier nichts zu suchen hat und sich doch wieder einmischt.

Pia pustet sich die Haare aus dem Gesicht und stopft die Schlüssel in ihre Tasche. Die schräg einfallenden Sonnenstrahlen machen den windzerknitterten Wohnheimplan in ihrer Hand nicht gerade lesbarer. Pia muss sich umdrehen, um die richtigen Eingänge erkennen zu können.
Erster Schlüssel:

3. Kreativer Schreibmarathon im Schreibraum Münster

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus – und für uns ist es ein tolles Ereignis: Ende Oktober startet der 3. Kreative Schreibmarathon im Schreibraum Münster. Eva-Maria Lerche, Katja Angenent und ich haben wieder voller Vorfreude ein Programm auf die Beine gestellt, mit dem ihr gut ins Schreiben kommen, erfolgreich dranbleiben und am Ende stolz mit einer Mappe voller Inspiration und Geschichten nach Hause gehen könnt.

Workshops und Schreibzeiten an allen Novemberwochenenden

Der 3. Kreative Schreibmarathon im Schreibraum Münster startet Ende Oktober 2020Weil es sich im letzten Jahr bewährt hat, gibt es auch dieses Jahr wieder über den ganzen November verteilt Workshops und Schreibzeiten mit Friendly Feedback. Das genaue Programm könnt ihr auf meiner Seite studieren, anmelden am besten über Evas Kalenderseite.

Vormittags gibt es Workshops – zum Plotten, unter anderem mit der Held*innenreise, zur Figurengestaltung, zum Dialogeschreiben, zum Überarbeiten und ein Lesetraining -, nachmittags bieten wir freie Schreibzeiten an. Dort kann jeweils nach einem kurzen Impuls an eigenen Projekten gearbeitet werden. Zum Abschluss können sich alle beim Friendly Feedback ermutigende Rückmeldungen abholen.

Geschichten keschern: Bilder als Schreibimpulse

Es gibt unzählige Schreibimpulse. Ein Klassiker ist es, Bilder als Schreibanregung zu nutzen. Dazu könnt ihr euch meistens solche Fragen stellen:

  • Was geschah vor dieser Situation? Wie ist es dazu gekommen?
  • Was passiert gerade?
  • Wie geht diese Situation weiter?

Spezifischer geht es bei meinen Lieblingsbildern zu. In meinen Schreibwerkstätten nehme ich gerne Fotos, die entweder an sich schon skurril sind oder zu denen mir Fragen einfallen, die die Fantasie so richtig ankurbeln. Denn besonders schön finde ich, wenn alle mit ihren eigenen Schreibvorlieben zum Zuge kommen können – egal, ob ihr Krimis, Liebesgeschichten, Horror, Kinderbücher, Satire oder Fantasy schreibt.

Hier kommen ein paar meiner Lieblingsbilder:

Kunst aus einem Park in Oslo

In einem Park in Oslo hängen zwei Metallfiguren in den BäumenWas haben diese beiden Figuren sich wohl noch zu sagen, bevor sie von den Schlangen erwürgt werden? Oder geht es gar nicht darum? Verwandeln sich die beiden gerade? Sind die Schlangen die Angegriffenen oder helfen sie dabei, etwas an den Bäumen zu tun?

 

 

 

 

 

Dialoge schreiben – 10 Tipps

Ein belletristischer Dialog ist kein Gespräch. Auch wenn darin suggeriert werden soll, dass sich Figuren miteinander unterhalten, tun sie das nicht wirklich. In Dialogen wird die Handlung vorangetrieben, enthüllen Figuren etwas über sich, werden Konflikte geschürt, Infos an die Lesenden vermittelt, … Es passiert also eine ganze Menge. Damit das von den Lesenden wohlwollend aufgenommen wird, ist es hilfreich, sich einmal genauer mit dem Handwerk des Dialogschreibens zu beschäftigen.

Hier meine Lieblingstipps:

1. Ein Dialog ist kein Gespräch

Vieles beim Schreiben könnt ihr aus dem Alltag abschauen. Das gilt auch für Dialoge – denn so erfahrt ihr, welche Leute sich aktuell wie unterhalten, was für Begriffe typisch sind, was sie während einer Unterhaltung so tun usw. Dass man Gespräche nicht 1:1 in fiktive Dialoge umsetzen kann, sollte einem dabei allerdings auch immer bewusst sein.

Von der Autorin Tina Pruschmann habe ich in tollen Workshops einiges über die Merkmale von echten Gesprächen und die Gestaltung von Dialogen gelernt.

Tempest – Interview mit Gabi Neumayer

Die Autorin Gabi Neumayer hat mir ein paar Fragen zum „Tempest“ beantwortet, dem Newsletter rund ums professionelle Schreiben für Autorinnen und Autoren. Ich freue mich sehr!

Seit wann gibt es den Tempest?

Der Tempest wurde 1996 gegründet, von Ramona und Thomas Roth-Berghofer und Stefanie Pappon. In Dortmund auf einer Science-Fiction-Convention im selben Jahr habe ich Ramona und Thomas und den Tempest – damals noch als Print-Zeitschrift – kennengelernt, war begeistert und von da an dabei. Da Thomas schon damals sehr Internet-affin war, wurde der Tempest kurz vor der Jahrtausendwende zum Online-Newsletter. Ich hatte damals ja so meine Zweifel, ob das funktionieren könnte, in diesem neuartigen Medium 😉

autorenforum-Newsletter-Banner-Gabi-NeumayerWas ist euer Anliegen heute mit einem monatlichen Schreibnewsletter?

Unser Anliegen ist nach wie vor, all denen praktische Hilfen, Schreibkurse und Profitipps zum Schreiben, zum Veröffentlichen und zu anderen Themen des AutorInnenlebens zu vermitteln, die professionell schreiben möchten.

Welche Rubriken haben sich im Laufe der Jahre etabliert, welche sind beendet, welche aktuell dazugekommen?