Antonie Hertlein kenne ich über den Texttreff, das Netzwerk wortstarker Frauen. Sie arbeitet als Lektorin und Texterin. Außerdem ist sie Hospizbegleiterin. Nun hat sie im Vier-Türme-Verlag [LINK] ein „Freundschaftsbuch für Trauernde“ herausgebracht. Im Interview beantwortet sie Fragen zum Entstehungsprozess und gibt Tipps für Schreibende.
Wie bist du auf die Idee zum Buch gekommen? Welche Lücke füllt es im ja wirklich vielfältigen Buchmarkt?
Die Idee kam aus zwei Richtungen: Einerseits bin ich selbst nach einem Todesfall mit dem Thema Erinnerung beschäftigt, zum anderen habe ich mich in den letzten Jahren zur Referentin für Biografiearbeit fortgebildet, und es bot sich an, dieses Buch als Abschlussprojekt zu machen.
Es gibt am Markt Freundschaftsbücher für alle Lebenslagen, vom Kindergarten bis zur Pensionierung. Aber dass sich so ein Buch auch wunderbar dafür eignet, die Erinnerungen an verstorbene Menschen zu sammeln und zu bewahren, das hat sich noch nicht herumgesprochen. Es ist sehr tröstlich für Trauernde, über die geliebte Person zu sprechen, zu hören und zu lesen. Oft herrscht da eine Sprachlosigkeit aus Furcht, die Trauer „aufzuwecken“. Aber die Trauer schläft nicht. Im Gegenteil, das Teilen von Erinnerungen besänftigt sie. Ich wünsche mir, dass viele Betroffene dieses Buch für sich nutzen.











