Schneeballgedicht

In der letzten Schreibwerkstatt entstand in Gemeinschaftsproduktion dieses Schneeballgedicht:

Winter

im Regen

große, nasse Pfützen

spiegeln sich im Asphalt

Autos ziehen an mir vorrüber

Spritzendes Dreckwasser ruiniert alles

was ich anhabe

ist dahin

Mistwetter

Bei Schneeballgedichten werden neuen Zeilen geschrieben, aufsteigend von einem Wort bis zu fünf in der mittleren Zeile und dann wird absteigend bis zum letzten Wort.

Diese strenge Form hilft oft, sich selbst zum Schreiben zu motivieren und zu überlisten, wenn man zu hohe Erwartungen an sich selbst stellt. Denn bei einer so engen Vorgabe muss nicht sofort etwas Tolles herauskommen – und tut es dann oft genug doch.

Anschließend können solche Formgedichte (auch Haikus, Limericks oder Elfchen eignen sich gut zum eigenen Schreibeinstieg oder für eine Gruppenarbeit) auch als Schreibanregung genutzt werden.

In unserer Gruppe entstand aus dem Schneeballgedicht oben dieser Kurztext:

Alte Dreckschleuder!

Bei diesem Schietwetter bekommt meine Schimpftirade einen ganz neue Bedeutung, als ich dem Elektroauto hinterherrufe, das den Inhalt der großen Pfütze neben der Bordsteinkante über mich und den Fahradanhänger ergießt.

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