Interview Björn Declan Skorge über Lanevael – Saga des toten Lebens

Björn Skorge hat mit „Lanevael – Saga des toten Lebens“ eine faszinierende Geschichte herausgebracht. Im Interview beantwortet er netterweise ein paar Fragen zum Schreiben und Veröffentlichen.

Die klassische Frage: Wie bist du auf die Idee gekommen?

Die Idee kam aus dem Nichts. Mein Vater kam auf einmal in mein Zimmer, als ich acht Jahre alt war, und fing an, lauter Zeichnungen und Ländernamen anzufertigen, und daraus entwickelten wir dann gemeinsam die Erzählungen und Karten der Landwelt, aka Lanevael. Als ich in die Pubertät kam, geriet Lanevael in Vergessenheit. Mit Anfang des Psychologie-Studiums und Auszug von zu Hause vermischten sich die Eindrücke des Studiums und die Fantasy- und Horror-Literatur, die ich als Twen verschlang, in meinen nächtlichen Träumen mit den Erzählungen der Landwelt, und so begann ich mit einundzwanzig, diese ganzen Ideen aufzuschreiben, die sich im Laufe der Jahre immer mehr verdichteten, sodass schließlich ein Buch daraus entstand.

Wie bist du die Planung angegangen? Hast du vorab Figurenporträts entworfen, die Handlung geplottet?

Es gab keine richtige Planung. Die Figuren erschienen in meinen Träumen und entwickelten da ein Eigenleben. So war der Handlungsstrang für mich auch komplett unvorhersehbar, und ich war selber immer wieder überrascht, welche Wendungen die Geschichte nahm oder welche Figuren da auftauchten.

Du erzählst aus mehreren Perspektiven. Wie hast du es geschafft, dich jeweils in diese hineinzuversetzen?

In meinen Träumen war ich eigentlich immer Beobachter, und so sind die teilweise sehr eigenwilligen Erzählperspektiven entstanden. Die Perspektiven wurden mir von meinen tieferen Bewusstseinsschichten quasi aufgezwungen.

Wo hast du dich vorab übers Selfpublishing informiert? Hast du Tipps für Internetseiten, Podcasts o. ä.?

Du hast mir die Zeitschrift „Der Selfpublisher“ nahegelegt, ferner gab es das sehr empfehlenswerte Buch „Romane schreiben und veröffentlichen für Dummies“, und darüber hinaus vor allem „Selbsterfahrungsberichte“ anderer AutorInnen auf YouTube.

Autor Björn Declan Skorge mit Debütroman LanevaelAls Selfpublisher bist du für alles alleine verantwortlich. Wie hast du diejenigen gefunden, mit denen zu zusammengearbeitet hast? Im Lektorat, fürs Cover, für den Satz, …?

Bezüglich des Lektorats habe ich einen Freund gefragt, dessen Nachbarin im „Verband freier Lektorinnen und Lektoren e.V.“ tätig war. Diese wiederum meinte, ich soll einfach mal eine E-Mail mit meinem Gesuch formulieren und dorthin abschicken. Es haben sich daraufhin viele KollegInnen von dir gemeldet, und dein Angebot fand ich am besten. Fürs Cover habe ich im Internet recherchiert, und bin da auf Julia von Lunaryx Desgin gestoßen, die genau die magische Atmosphäre herstellen konnte, die ich mir für ein düsteres Fantasy-Buch vorgestellt hatte. Sehr vieles lief auch über das Angebot von Books on Demand, mit denen ich die Zusammenarbeit ansprechend fand.

Was hättest du vor dem Selfpublishing gerne gewusst? Also, was möchtest du angehenden Selfpublisher*innen mitgeben?

Den zeitlichen Aufwand habe ich komplett unterschätzt. Ich bin das alles sehr naiv angegangen, was zwar einerseits gut für meine Motivation gewesen ist, andererseits viele (vorübergehende) Frustrationen produziert hat. Das heißt also: Die Entwicklung von Geduld ist sehr wichtig.

 

Vielen Dank für deine Zeit und die spannenden Einblicke!

Hier findet ihr weitere Informationen über Lanevael und Björn Skorge:

Hier haben andere Selfpublisherinnen Fragen rund um ihr Schreiben und Veröffentlichen beantwortet:

Sigrid Varduhn über ihre Weihnachtswunder-Geschichtensammlung

Sigrid Varduhn habe ich zuerst als Leiterin von Schreibwerkstätten kennengelernt. Ihre Kurse rund um Kürzestgeschichten, Märchen, Natur und vieles mehr kann ich wärmstens empfehlen!

Bei ihrer Sammlung von Kurzgeschichten „Der Engel ist weg. Kleine Weihnachtswunder“ durfte ich sie dann als Lektorin begleiten. Netterweise hat sie ein paar Fragen zum Schreiben und Veröffentlichen beantwortet.

Du hast mehrere Geschichten in einem Band versammelt. Wie bist du an die Auswahl und Strukturierung herangegangen?

Eine gute Frage. Was für mich in Bezug auf die Auswahl die wichtigste Erfahrung war: Es braucht wesentlich mehr Geschichten, um daraus eine Auswahl für ein Buch zu treffen. Denn auch wenn eine gewisse Unterschiedlichkeit bei den Geschichten ihren Reiz haben kann, muss es eben auch rote Fäden geben, im Inhalt, im Ton. Bei diesem Buch, das du lektoriert hast, war es neben dem inhaltlichen Schwerpunkt auf Adventsgeschichten auch die Leichtigkeit im Ton und dass es in jeder Geschichte so etwas wie eine kleine wundersame Begegnung geben sollte. Und selbst wenn ich vorher geglaubt habe, genügend Geschichten zu haben, sind davon doch etliche wieder „herausgeflogen“, bei denen das nicht so gepasst hat. Und ich habe noch neue geschrieben. Zur Struktur kann ich eigentlich nur sagen: Ich habe die Geschichten so lange hin- und hergeschoben, bis es für mich gepasst hat. Ich muss mir so etwas immer im Vorher-Nachher anschauen und auf mich wirken lassen und dann kann ich entscheiden, ob es passt.

Wo hast du dich übers Selfpublishing informiert? Hast du für andere Schreibende Tipps für Internetseiten, Podcasts o. ä.?

Debüt-Autorin Martina Krause über ihren Unterhaltungsroman

Martina Krause hat ihr unterhaltsames Romandebüt „Urlaub in LochWellness“ herausgebracht. Im Interview beantwortet sie netterweise ein paar Fragen zum Schreiben und Veröffentlichen.

Wie lange schreibst du schon? Welche Entwicklung hat dein Schreiben genommen?

Ich kann da nur mit dem abgedroschenen Satz „Ich schreibe Geschichten, seit ich schreiben kann“ antworten. In der Grundschule mussten wir oft zu sechs vorgegebenen Wörtern jeweils einen Satz bilden. Das war mir zu langweilig. Ich habe nicht nur einzelne Sätze sondern eine in sich abgeschlossene Geschichte daraus erdacht, und meine Lehrerin ermunterte mich, Geschichten zu schreiben. Ich habe z. B. später, als meine Kinder klein waren, deren Streiche oder Missgeschicke in Kurzgeschichten notiert, die ich natürlich nie veröffentlicht habe. Das bleibt in der Familie!

Viel später hat mich ein Schreibworkshop inspiriert, einen Roman in Angriff zu nehmen. Allerdings hat die Lektorin, die den Schreibkurs leitete, mein Buch in der Luft zerrissen, was für mich als Schreibanfängerin so frustrierend war, dass ich das Manuskript in die Schublade verbannt habe. Erst durch die „friendly feedback“-Workshops bei deiner Kollegin Eva Lerche habe ich gesehen, dass es auch anders geht: wohlwollende, unterstützende und konstruktive Kritik zu frischen Texten. Ich habe das Manuskript wieder herausgeholt, überarbeitet und weiter geschrieben und hatte den Mut, in den Workshops bei dir, Eva und Katja einzelne Kapitel vor einer Gruppe vorzulesen. Das Feedback hat mich umgehauen: Es war durchweg positiv und ich wurde ermuntert, es als Buch herauszugeben!

Anthologie der Frankfurter Schreibgruppe Schreibzeit

Als Schreibgruppe eine gemeinsame Anthologie herausgeben? Sicherlich eine spannende und intensive Reise. Netterweise hat die Frankfurter Schreibzeit-Gruppe von Anne Chavez, HaRu Neidhardt, Thomas Ormond und Katharina Wolff ein paar Fragen zu ihrem Schreiben und ihren Veröffentlichungen beantwortet.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, eine Auswahl eurer Texte als Anthologie herauszugeben?

In der Schreibgruppe schreiben wir Texte zu spontan gefundenen Stichworten. Die Geschichten, die dabei entstehen, haben – wie wir finden – manchmal durchaus Potenzial, aber die Ausarbeitung, Überarbeitung geht im Alltag unter. Sie werden einfach nicht fertig. Ein Buch zu machen, führt dazu, dass wir uns intensiver mit den Geschichten beschäftigen und sie ordentlich überarbeiten.

Wie habt ihr die Auswahl und Zusammenstellung der Geschichten organisiert?

Das war ein langer und intensiver Diskussionsprozess.

Phantastik-Autorin Julie Constantin über ihr Mysteriöses Sammelsurium

Julie Constantin habe ich vor einigen Jahren in einer Kurzgeschichten-Werkstatt am Nordkolleg Rendsburg kennengelernt. Übrigens ein toller Ort mit wunderschönem Garten zum Schreiben und Lernen.

Bei ihrem Band „Das mysteriöse Sammelsurium. 13 phantastische Kurzgeschichten“ durfte ich sie dann als Lektorin begleiten. Netterweise hat sie ein paar Fragen zum Schreiben und Veröffentlichen beantwortet.

Der Titel deiner Sammlung hat mich sofort fasziniert. Besondere Worte wie „Sammelsurium“ mag ich sehr gerne. Um was für eine Art von Phantastik geht es?

Es ist sehr gemischt, weshalb ich es auch „Sammelsurium“ genannt habe. Zwei Steampunk-Geschichten sind dabei, andere gehen mehr ins typische Fantasy-Genre, z. B. dreht sich eine um eine Keks-Hexe, die nur Kekse hexen kann und in einer anderen unterhält sich jemand mit dem Tod. Ansonsten treiben sich unter anderem Drachen, Geister und Figuren wie Rotkäppchen oder die Baba Yaga in den Geschichten herum. Die Storys sind immer phantastisch, aber eben nicht alle aus einem Genre – ein phantastischer Kessel Buntes sozusagen.

Du hast mehrere Geschichten in einem Band versammelt. Wie bist du an die Auswahl und Strukturierung herangegangen?

Fantasy-Autorin Janne Birk über ihr Debüt

Janne Birk habe ich beim Lektorat ihres Fantasy-Debüts „Der Ruf des Eises“ kennengelernt. Netterweise hat sie ein paar Fragen zu ihrem Schreiben und ihren Veröffentlichungen beantwortet.

Der berühmte Elevator-Pitch: Worum geht es in der Geschichte?

Es geht darum, wie aus Entfremdung Konflikte entstehen, in denen das eigentliche Übel aus dem Blick gerät – und um die Kraft von Freundschaft.

Die klassische Frage: Wie bist du auf die Idee gekommen?

Mich haben zwei Dinge dazu inspiriert.

Zum einen war es das Schwinden der Gletscher in den Schweizer Alpen. Ich bin mit dem Anblick dieser Naturgewalt aufgewachsen. Als Kind dachte ich, sie halten für die Ewigkeit. Irgendwann kam das böse Erwachen. Wie bei vielen Naturphänomenen, die man jahrelang beobachtet. Daraus entstand die Frage: Was wäre, wenn man das Eis zurückrufen könnte?

Zum zweiten habe ich als Historikerin gelernt, wie wichtig verlässliche Quellen sind. Unsere ganze Geschichte basiert darauf. Was also wäre, wenn alle Quellen vernichtet würden?

Selfpublisherin Lara Eliasch über Mileans Erben

Lara Eliasch hat mit der Romanreihe „Mileans Erben“ eine großartige Fantasy-Welt geschaffen. Im Interview beantwortet sie netterweise ein paar Fragen zum Schreiben und Veröffentlichen.

Bei mehreren Bänden ist es schwierig, aber worum geht es im Kern deiner Geschichte?

Im Großen und Ganzen geht es in „Mileans Erben“ um die Suche nach Freiheit und Selbstbestimmung – und das auf den unterschiedlichsten Ebenen: die Suche nach Autonomie einer Jugendlichen auf dem Weg zum Erwachsenwerden; die Frage, inwieweit man bereit ist, seine eigene Freiheit einzuschränken, wenn es um das Wohl anderer geht; oder auch das Streben nach Unabhängigkeit eines ganzen Landes von seinen Unterdrückern.

Konkret stehen hier die anfangs 16-jährige Yola und ihre beiden besten Freunde Arodon und Zeph im Mittelpunkt, die auf diese Fragen ganz unterschiedliche Antworten haben und sich dabei vielleicht auch mal auf gegensätzlichen Lagern wiederfinden 😊.

Die klassische Frage: Wie bist du auf die Idee gekommen?

Autorin Petra Hucke im Gespräch

Petra Hucke kenne ich als Kollegin aus dem Texttreff, dem Netzwerk wortstarker Frauen. Nun durfte ich für sie ihren aktuellen Roman „Sie tanzt am liebsten barfuß“ lektorieren. Und netterweise hat sie ein paar Fragen zu ihrem Schreiben und ihren Veröffentlichungen beantwortet.

Der berühmte Elevator-Pitch: Worum geht es in der Geschichte?

Darum, dass wir alle ein wenig mehr Magie in unserem Leben gebrauchen können! Auf der Kanalinsel Guernsey gibt es eine Steinstatue in Form einer alten Frau, die ein paar magische Kräfte hat und meiner schüchternen Hauptfigur Gillian Granger unbemerkt unter die Arme greifen kann. Wir befinden uns übrigens im Jahr 1922, und der Erste Weltkrieg hat auch in Gillians Familie Wunden hinterlassen.

Als Erzählerin, die im Hintergrund alle Fäden zusammenhält, hast du die erwähnte Steinfigur eingeführt. Wie war das, auf diese Weise zu erzählen?

Interview mit Fantasy-Selfpublisher Neo Helm

Den Autor Neo Helm kenne ich ursprünglich als Kollegen aus dem Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren. Bei seinem Fantasy-Debüt durfte ich ihn als Lektorin begleiten. Netterweise beantwortet er ein paar Fragen zu seinem Schreiben und Veröffentlichen.

Bestimmt schwierig bei einer mehrbändigen Reihe, aber: Hast du einen Elevator-Pitch zu deinen Halbgott-Romanen?

Ich habe mehrere Pitches formuliert, auf die ich je nach Anlass zurückgreifen will. Den wichtigsten Pitch, den Elevator-Pitch, habe ich früh auf Social Media gepostet. Er besteht aus einem Dreier-Schritt mit Steigerung und stellt drei Charaktere vor:

„Ein Novize, der nicht weiß, dass er magische Kräfte hat. Eine Magd, die eine Amazone sein will. Ein gefallener Unsterblicher, der nach alter Größe strebt und auf Rache sinnt.“

Halbgott ist dein Debüt und du hast direkt eine Trilogie erarbeitet. Wie hast du die Bände konzipiert und beim Schreiben den Überblick behalten?

Interview mit Selfpublisherin J. A. Kunz – Nayo

J. A. Kunz hat 2023 die Young-Adult-Reihe „Nayo“ veröffentlicht. Ich durfte sie lesen, weil ich Julie sowie ihre Protagonist*innen Sally und Fireball ein Stück des Weges als Lektorin begleiten konnte. Netterweise beantwortet sie ein paar Fragen zu ihrem Schreiben und dem Veröffentlichen als Selfpublisherin.

Für alle, die sich mit Belletristik-Genres nicht so gut auskennen: Wie definiert sich Young Adult?

Im Young Adult Genre sind die Protagonisten etwa 16 Jahre alt und beschäftigen sich mit Fragen wie: Wer will ich sein und wo ist mein Platz in dieser Welt? In der Regel hat der Hauptcharakter der Story keine Eltern beziehungsweise ist auf sich alleingestellt, muss sich also in der Erwachsenenwelt behaupten. Außerdem hat der oder die Protagonistin zum ersten Mal Sex – die Tür wird für die Leser von YA-Geschichten aber zugemacht, Liebesszenen also nur angedeutet.