Interview mit Selfpublisherin Sinje Selin über “Djamilas geliehene Flügel”

Sinje Selin hat das Kinderbuch „Djamilas geliehene Flügel“ als Selfpublisherin herausgebracht. Im Interview beantwortet sie netterweise ein paar Fragen zum Schreiben und Veröffentlichen.

Wie lange schreibst du schon? Welche Entwicklung hat dein Schreiben genommen?

Ich wuchs in einem Elternhaus auf, in dem Worte und Texte eine große Rolle spielten. Mein Vater war frischgebackener Schauspieler und liebte es, vor uns Kindern zu rezitieren. Vermutlich der Grund, weshalb ich mich schon als Kind an ersten Gedichten und Geschichten versuchte. Da mich Musik und Tanz nicht weniger begeisterten, führte mein späterer Weg an die Hochschule für Musik und Theater in Hannover, wo ich ein Rhythmik-Studium absolvierte. Es folgte viele Jahre kreativer pädagogischer Tätigkeit, in die ich kontinuierlich eigene Texte, Lieder und Ideen einbrachte. So gesehen, schreibe ich schon sehr lange für Kinder. Nach einigen Lyrik-Veröffentlichungen in Anthologien (2023/2024), ist nun mein erster Roman für Menschen ab 10 Jahren erschienen.

Es ist eine „poetisch-philosophische Geschichte“. Wie hast du die Balance hinbekommen, einerseits mit einer spannenden Erzählung zu unterhalten und andererseits etwas über „die Nähe zwischen Mensch und Natur“ zu vermitteln?

Selfpublisherin Heike Baller über “Mister Bennet” – eine besondere Jane-Austen-Hommage

Heike Baller kenne ich aus dem Texttreff, dem Netzwerk wortstarker Frauen. Nun hat sie mit „Mister Bennet“ eine ganz besondere Fortsetzung von Jane Austens „Stolz und Vorurteil“ herausgebracht. Im Interview beantwortet sie netterweise ein paar Fragen zum Schreiben und Veröffentlichen.

Ein provokante Frage zum Einstieg: Was hat uns Jane Austen heute noch zu sagen?

Zum Einen: Ihre „Erfindung“ des „free indirect speech“, also des fast unmerkbaren Wechsels zwischen der Erzählerstimme und der inneren Stimme ihrer Protagonistin, hat die Art, wie danach Romane geschrieben wurden und werden, stark beeinflusst.

Zum Zweiten: Ihre Frauenfiguren machen entscheidende innere Veränderungen durch, die völlig zeitunabhängig sind.

Zum Dritten: Die gesellschaftlichen Fragen, die sie aufwirft, rund um Ehe, Vermögen, Klasse, sind heute nicht vorüber; sie sehen heute nur anders aus. Es ist doch kein Wunder, dass es eine Vielzahl an zeitgenössischen Adaptionen ihrer Geschichten gibt.

Selfpublishing-Interview: Dierk Seidel über “Onkel Heiner”

Dierk Seidel habe ich durch das Lektorat seiner Erzählung „Onkel Heiner“ kennengelernt. Häufig schreibt er Geschichten für eine Lesebühne. Im Selfpublishing hat er bereits Gedichte und Geschichten („Perspekbriefwechsel“) herausgegeben. Zu dem spannenden Prozess, aus bereits vorliegenden Onkel-Heiner-Episoden ein Buch zu kreieren und es im Selfpublishing herauszugeben, hat er netterweise einige Fragen beantwortet.

Du hattest bereits Onkel-Heiner-Geschichten vorliegen. Wie bist du an die Auswahl und Strukturierung herangegangen, um daraus eine runde Erzählung zu machen?

Liebe Maike, zu Beginn vielen Dank für die Fragen und deine Unterstützung bei meinem Projekt.

Es ist so, dass in etwa die Hälfte des Buches stand, bevor ich überhaupt wusste, dass es ein zusammenhängendes Buch werden soll. Ich schrieb die erste Geschichte im April 2024 und dann las ich bei der Lesebühne „Halbes Sofa“ regelmäßig neue Geschichten. Sie kamen gut an. Dann reifte der Entschluss, mehr daraus zu machen. Bis dahin „stolperte“ jede Geschichte so für sich voran. Es gab zwar durchaus eine Art roten Faden, aber ein richtiges Ziel, worauf es hinauslaufen sollte, gab es noch nicht. Ich ging alle Geschichten durch, suchte das, worum es meiner Meinung nach wirklich geht, und habe dann den zweiten Teil geschrieben. Dabei hatte ich dann die Möglichkeit, auch auf einzelne Unklarheiten aus der ersten Hälfte einzugehen.

Interview Björn Declan Skorge über Lanevael – Saga des toten Lebens

Björn Skorge hat mit „Lanevael – Saga des toten Lebens“ eine faszinierende Geschichte herausgebracht. Im Interview beantwortet er netterweise ein paar Fragen zum Schreiben und Veröffentlichen.

Die klassische Frage: Wie bist du auf die Idee gekommen?

Die Idee kam aus dem Nichts. Mein Vater kam auf einmal in mein Zimmer, als ich acht Jahre alt war, und fing an, lauter Zeichnungen und Ländernamen anzufertigen, und daraus entwickelten wir dann gemeinsam die Erzählungen und Karten der Landwelt, aka Lanevael. Als ich in die Pubertät kam, geriet Lanevael in Vergessenheit. Mit Anfang des Psychologie-Studiums und Auszug von zu Hause vermischten sich die Eindrücke des Studiums und die Fantasy- und Horror-Literatur, die ich als Twen verschlang, in meinen nächtlichen Träumen mit den Erzählungen der Landwelt, und so begann ich mit einundzwanzig, diese ganzen Ideen aufzuschreiben, die sich im Laufe der Jahre immer mehr verdichteten, sodass schließlich ein Buch daraus entstand.

Wie bist du die Planung angegangen? Hast du vorab Figurenporträts entworfen, die Handlung geplottet?

Sigrid Varduhn über ihre Weihnachtswunder-Geschichtensammlung

Sigrid Varduhn habe ich zuerst als Leiterin von Schreibwerkstätten kennengelernt. Ihre Kurse rund um Kürzestgeschichten, Märchen, Natur und vieles mehr kann ich wärmstens empfehlen!

Bei ihrer Sammlung von Kurzgeschichten „Der Engel ist weg. Kleine Weihnachtswunder“ durfte ich sie dann als Lektorin begleiten. Netterweise hat sie ein paar Fragen zum Schreiben und Veröffentlichen beantwortet.

Du hast mehrere Geschichten in einem Band versammelt. Wie bist du an die Auswahl und Strukturierung herangegangen?

Eine gute Frage. Was für mich in Bezug auf die Auswahl die wichtigste Erfahrung war: Es braucht wesentlich mehr Geschichten, um daraus eine Auswahl für ein Buch zu treffen. Denn auch wenn eine gewisse Unterschiedlichkeit bei den Geschichten ihren Reiz haben kann, muss es eben auch rote Fäden geben, im Inhalt, im Ton. Bei diesem Buch, das du lektoriert hast, war es neben dem inhaltlichen Schwerpunkt auf Adventsgeschichten auch die Leichtigkeit im Ton und dass es in jeder Geschichte so etwas wie eine kleine wundersame Begegnung geben sollte. Und selbst wenn ich vorher geglaubt habe, genügend Geschichten zu haben, sind davon doch etliche wieder „herausgeflogen“, bei denen das nicht so gepasst hat. Und ich habe noch neue geschrieben. Zur Struktur kann ich eigentlich nur sagen: Ich habe die Geschichten so lange hin- und hergeschoben, bis es für mich gepasst hat. Ich muss mir so etwas immer im Vorher-Nachher anschauen und auf mich wirken lassen und dann kann ich entscheiden, ob es passt.

Wo hast du dich übers Selfpublishing informiert? Hast du für andere Schreibende Tipps für Internetseiten, Podcasts o. ä.?

Debüt-Autorin Martina Krause über ihren Unterhaltungsroman

Martina Krause hat ihr unterhaltsames Romandebüt „Urlaub in LochWellness“ herausgebracht. Im Interview beantwortet sie netterweise ein paar Fragen zum Schreiben und Veröffentlichen.

Wie lange schreibst du schon? Welche Entwicklung hat dein Schreiben genommen?

Ich kann da nur mit dem abgedroschenen Satz „Ich schreibe Geschichten, seit ich schreiben kann“ antworten. In der Grundschule mussten wir oft zu sechs vorgegebenen Wörtern jeweils einen Satz bilden. Das war mir zu langweilig. Ich habe nicht nur einzelne Sätze sondern eine in sich abgeschlossene Geschichte daraus erdacht, und meine Lehrerin ermunterte mich, Geschichten zu schreiben. Ich habe z. B. später, als meine Kinder klein waren, deren Streiche oder Missgeschicke in Kurzgeschichten notiert, die ich natürlich nie veröffentlicht habe. Das bleibt in der Familie!

Viel später hat mich ein Schreibworkshop inspiriert, einen Roman in Angriff zu nehmen. Allerdings hat die Lektorin, die den Schreibkurs leitete, mein Buch in der Luft zerrissen, was für mich als Schreibanfängerin so frustrierend war, dass ich das Manuskript in die Schublade verbannt habe. Erst durch die „friendly feedback“-Workshops bei deiner Kollegin Eva Lerche habe ich gesehen, dass es auch anders geht: wohlwollende, unterstützende und konstruktive Kritik zu frischen Texten. Ich habe das Manuskript wieder herausgeholt, überarbeitet und weiter geschrieben und hatte den Mut, in den Workshops bei dir, Eva und Katja einzelne Kapitel vor einer Gruppe vorzulesen. Das Feedback hat mich umgehauen: Es war durchweg positiv und ich wurde ermuntert, es als Buch herauszugeben!

Anthologie der Frankfurter Schreibgruppe Schreibzeit

Als Schreibgruppe eine gemeinsame Anthologie herausgeben? Sicherlich eine spannende und intensive Reise. Netterweise hat die Frankfurter Schreibzeit-Gruppe von Anne Chavez, HaRu Neidhardt, Thomas Ormond und Katharina Wolff ein paar Fragen zu ihrem Schreiben und ihren Veröffentlichungen beantwortet.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, eine Auswahl eurer Texte als Anthologie herauszugeben?

In der Schreibgruppe schreiben wir Texte zu spontan gefundenen Stichworten. Die Geschichten, die dabei entstehen, haben – wie wir finden – manchmal durchaus Potenzial, aber die Ausarbeitung, Überarbeitung geht im Alltag unter. Sie werden einfach nicht fertig. Ein Buch zu machen, führt dazu, dass wir uns intensiver mit den Geschichten beschäftigen und sie ordentlich überarbeiten.

Wie habt ihr die Auswahl und Zusammenstellung der Geschichten organisiert?

Das war ein langer und intensiver Diskussionsprozess.

Phantastik-Autorin Julie Constantin über ihr Mysteriöses Sammelsurium

Julie Constantin habe ich vor einigen Jahren in einer Kurzgeschichten-Werkstatt am Nordkolleg Rendsburg kennengelernt. Übrigens ein toller Ort mit wunderschönem Garten zum Schreiben und Lernen.

Bei ihrem Band „Das mysteriöse Sammelsurium. 13 phantastische Kurzgeschichten“ durfte ich sie dann als Lektorin begleiten. Netterweise hat sie ein paar Fragen zum Schreiben und Veröffentlichen beantwortet.

Der Titel deiner Sammlung hat mich sofort fasziniert. Besondere Worte wie „Sammelsurium“ mag ich sehr gerne. Um was für eine Art von Phantastik geht es?

Es ist sehr gemischt, weshalb ich es auch „Sammelsurium“ genannt habe. Zwei Steampunk-Geschichten sind dabei, andere gehen mehr ins typische Fantasy-Genre, z. B. dreht sich eine um eine Keks-Hexe, die nur Kekse hexen kann und in einer anderen unterhält sich jemand mit dem Tod. Ansonsten treiben sich unter anderem Drachen, Geister und Figuren wie Rotkäppchen oder die Baba Yaga in den Geschichten herum. Die Storys sind immer phantastisch, aber eben nicht alle aus einem Genre – ein phantastischer Kessel Buntes sozusagen.

Du hast mehrere Geschichten in einem Band versammelt. Wie bist du an die Auswahl und Strukturierung herangegangen?

Fantasy-Autorin Janne Birk über ihr Debüt

Janne Birk habe ich beim Lektorat ihres Fantasy-Debüts „Der Ruf des Eises“ kennengelernt. Netterweise hat sie ein paar Fragen zu ihrem Schreiben und ihren Veröffentlichungen beantwortet.

Der berühmte Elevator-Pitch: Worum geht es in der Geschichte?

Es geht darum, wie aus Entfremdung Konflikte entstehen, in denen das eigentliche Übel aus dem Blick gerät – und um die Kraft von Freundschaft.

Die klassische Frage: Wie bist du auf die Idee gekommen?

Mich haben zwei Dinge dazu inspiriert.

Zum einen war es das Schwinden der Gletscher in den Schweizer Alpen. Ich bin mit dem Anblick dieser Naturgewalt aufgewachsen. Als Kind dachte ich, sie halten für die Ewigkeit. Irgendwann kam das böse Erwachen. Wie bei vielen Naturphänomenen, die man jahrelang beobachtet. Daraus entstand die Frage: Was wäre, wenn man das Eis zurückrufen könnte?

Zum zweiten habe ich als Historikerin gelernt, wie wichtig verlässliche Quellen sind. Unsere ganze Geschichte basiert darauf. Was also wäre, wenn alle Quellen vernichtet würden?

Selfpublisherin Lara Eliasch über Mileans Erben

Lara Eliasch hat mit der Romanreihe „Mileans Erben“ eine großartige Fantasy-Welt geschaffen. Im Interview beantwortet sie netterweise ein paar Fragen zum Schreiben und Veröffentlichen.

Bei mehreren Bänden ist es schwierig, aber worum geht es im Kern deiner Geschichte?

Im Großen und Ganzen geht es in „Mileans Erben“ um die Suche nach Freiheit und Selbstbestimmung – und das auf den unterschiedlichsten Ebenen: die Suche nach Autonomie einer Jugendlichen auf dem Weg zum Erwachsenwerden; die Frage, inwieweit man bereit ist, seine eigene Freiheit einzuschränken, wenn es um das Wohl anderer geht; oder auch das Streben nach Unabhängigkeit eines ganzen Landes von seinen Unterdrückern.

Konkret stehen hier die anfangs 16-jährige Yola und ihre beiden besten Freunde Arodon und Zeph im Mittelpunkt, die auf diese Fragen ganz unterschiedliche Antworten haben und sich dabei vielleicht auch mal auf gegensätzlichen Lagern wiederfinden 😊.

Die klassische Frage: Wie bist du auf die Idee gekommen?