Blackout Poetry

Gestern ist im Autorennewsletter The Tempest ein Beitrag zu Blackout Poetry von mir erschienen. Denn diese Kreativitätstechnik, aus vorhandenen Texten neue entstehen zu lassen, indem man viele Wörter „wegschwärzt“, beschäftigt mich gerade sehr.

Durch eine liebe Kollegin vom Texttreff, dem Netzwerk wortstarker Frauen, Cäcilie Kowald, bin ich darauf aufmerksam geworden. Ich habe mir im Internet eine Reihe von Bildern dazu angeschaut, ein paar Artikel dazu durchgelesen, mich mit alten Bücher und Zeitschriften bewaffnet, mir Stifte genommen – und einfach losgelegt.

Spannend fand ich, wie schnell sich dabei der Blick auf Worte und Satzteile entwickelt, wie man unbefangener herangeht und immer stärker gestalterische Ideen entwickelt. Eins meiner ersten Bilder sah so aus – bald wird man jedoch gestalterisch kreativer:

Blackout-Poetry-Anfangsbild-Maike-Frie-Blog

Wie lassen sich Versteckte Verse für Schreibwerkstätten nutzen?

Schon fürs eigene Vergnügen sind solche Versteckten Verse ein angenehmer Zeitvertreib, aber ich bin natürlich immer auf der Suche danach, wie sich etwas auch für meine Schreibwerkstätten nutzen lässt. Und das funktioniert mit Blackout Poetry hervorragend. Man nehme

  • experimentierfreudige Teilnehmende,
  • alte Bücher oder Zeitschriften (gerne mit großzügigem Druckbild, damit die übrigbleibenden Wörter gut zu lesen sind),
  • Filzstifte oder Marker (eigentlich nicht meine Lieblingsarbeitswerkzeuge, aber sie überdecken in diesem Fall gut und lückenlos)

und dann können schon alle loslegen.

Die Ergebnisse kommen in die Tischmitte und werden als Schreibimpuls für die anschließende Schreibzeit genutzt. Mit Fragen wie:

  • Und was passiert dann?
  • Wie ist es dazu gekommen?
  • Was steckt dahinter?

kommen alle schnell und gut ins Schreiben. So entstehen unterhaltsame, kriminalistische, komische oder nachdenklich stimmende Miniaturen. Welche Art von Texten entstehen, hängt auch viel von der Vorlage für die Versteckten Verse zusammen, weil einfach der Wortvorrat aus einem bestimmten Bereich stammt (z. B. Krimi oder Fantasy).

Blackout-Poetry-Maike-Frie-Blog

Wo erfährt man mehr über Blackout Poetry?

Wie Dirk Bathen Blackout Poetry für Workshops einsetzt, beschreibt er ausführlich auf seiner Internetseite. Von ihm gibt es auch zwei kleine Bücher mit Blackout Poems sowie Bilder auf diversen Social Media-Kanälen. Er verweist auf die Seiten von Austin Kleon und Tom Phillips für diejenigen, die sich für Leute interessieren, die schon seit vielen Jahren (Tom Phillips Humuments seit 1966) mit dieser Kreativitätstechnik arbeiten.

Eine schöne Anleitung zum Finden Versteckter Verse hat A&O auf ihrer Seite. Sie hat 2016 bei der Premiere des Literaturcamps Heidelberg auch eine Session darüber gehalten. Unter #verstvers findet man ihre Bilder auch in den Sozialen Medien.

Eine detailliertere Beschreibung von mir zur Arbeitsweise gibt es wie eingangs geschrieben im aktuellen Tempest-Newsletter, der ohnehin als Informationsfundgrube für alle Schreibenden zu empfehlen ist!

Ich wünsche allen viel Freude mit eigenen Blackout Poems – und freue mich, wenn jemand Bilder von eigenen Kreativ-Ergebnissen in den Kommentaren teilt!

 

 

2 thoughts on “Blackout Poetry

  1. Was für eine geniale Methode! Die habe ich tatsächlich noch nicht gekannt. Wunderbar, werde ich gleich posten … 🙂

    • Freut mich, dass sie dir gefällt! Ich bin ja auch nur per Zufall – über ein Texttreff-Angebot – darauf gestoßen. Freue mich schon auf den Workshop nächste Woche, bei dem ich Blackout Poetry mit anderen gemeinsam ausprobieren und mit Zentangle kombinieren werde.

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