Kurzgeschichtenwettbewerb der Uni Münster

Am 6. Mai ist es soweit: Die PreisträgerInnen des diesjährigen Kurzgeschichtenwettbewerbs der Uni Münster werden geehrt. Vor Jahren war ich vor zweien dieser Preisverleihung aufgeregt, weil ich zu den Preisträgerinnen gehört habe. In diesem Jahr betrifft mich die Veranstaltung wieder, weil ich dieses Mal „auf der anderen Seite“ dabei bin. Denn ich bin Teil der Jury. Und das ist spannend, denn wie auf der Uni-Seite zu lesen ist:

Alle eingereichten Beiträge, die den Teilnahmebedingungen entsprechen, werden von einer Jury begutachtet, die drei Preisträger*innen benennt. Der Kurzgeschichtenwettbewerb ist mit insgesamt 1.500€ dotiert.

Wir haben also gemeinsam eine Verantwortung. Nicht nur, das Preisgeld zu verteilen, sondern auch, diejenigen glücklich zu machen, die einen der Preise bekommen, und gleichzeitig die anderen zu enttäuschen, die leer ausgehen.

Wie läuft die Juryarbeit eines Literaturpreises ab?

Der Literaturpreis der WWU Münster wird anonym verliehen. Wir Jurymitglieder haben nach dem Einsendeschluss die Geschichten bekommen, die sich an die Themen- und Längenvorgabe gehalten haben.

Rund 50 Studierende und Mitarbeiter*innen der Universität haben uns ihre Kurzgeschichten zum Kultursemesterschwerpunkt „Grenzüberschreitungen“ geschickt. Die Themen reichen von Liebe bis Hass, von Heimat bis Flucht, von Sexualität bis Gewalt.

Die haben wir zunächst jede(r) für sich gelesen und alle haben ihre Favoriten gefunden. Für mich ein spannender Prozess: Als Lektorin bin ich es zwar gewohnt, mit vielen unterschiedlichen Texten zu arbeiten, von Autorinnen und Autoren, die verschiedene Hintergründe, Anliegen und Zielgruppen haben. Auch die eingereichten Geschichten hatten zwar dieselbe Themenvorgabe, aber wie alle wissen, die selbst schon einmal geschrieben haben, können aus so einem Schreibimpuls mannigfaltige Texte entstehen. Doch ist es sonst mein Job, die Stärken und Schwächen der Texte aufzuzeigen und Hilfestellung für die Überarbeitung im Austausch mit den Schreibenden zu geben, standen hier die Texte ganz für sich. Keine Rückfragen möglich, kein „tolle Idee, aber der Figur fehlt noch ein bisschen Tiefe“ oder „wir bereinigen erst einmal die Schnitzer in der Zeitstruktur und schauen dann noch einmal ganz neu auf die Geschichte“ oder „für dich als Autorin ist das und das wichtig, aber wenn du an die Lesenden denkst, sollten wir dieses eher in den Vordergrund rücken“.

Preisverleihung im Teilchen & Beschleuniger

Schließlich musste ich mich als Neuling festlegen, wer meine Favoriten sind – und hatte ein wenig Respekt vor den erfahrenden Jurykolleg*Innen, die diesen Wettbewerb zum Teil schon seit Jahren begleiten. Nicht nur die Schreibenden, auch wir haben unterschiedliche Hintergründe und sicherlich unterschiedliche Herangehensweise an diese Aufgabe. Aber dann haben wir in einer Sitzung dann über einen Teil der Texte gesprochen (durch unsere Vorauswahl festgelegt), was ein ähnlich kreativer Prozess wie Schreiben war – und schließlich unsere Preisträger*innen gefunden. Wer wissen möchte, wer das ist: einfach zur Preisverleihung am 6. Mai kommen – das wird eine tolle Veranstaltung! Um 19 Uhr geht es im Teilchen & Beschleuniger los (Wolbecker Straße 55).

Titelbild: Kulturbüro der WWU Münster

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