Notizbücher aus Norwegen

Was man so aus dem Urlaub mitbringt … Schöne Bilder – vor allem auch im Kopf -, viele Eindrücke, Erholung, gute Laune und eben Bücher. In Norwegen habe ich natürlich norwegische Bücher gekauft, zum Beispiel die Fortsetzungen von Odinskind, dem ersten Teil der Rabenringe-Trilogie von Siri Pettersen, an der ich als Lektorin beteiligt sein darf. Deutsche LeserInnen müssen leider noch einige Monate auf den zweiten Teil warten …

Für meine Norwegischkurse an der VHS Münster, die Ende September starten, habe ich lauter Prospekte mitgenommen, damit wir schön Pizza bestellen und Angebote vergleichen üben können. Mal schauen, was meine TeilnehmerInnen dazu sagen …

Und für’s Schreiben habe ich mir Notizbücher gekauft.

Interview mit der Autorin Katja Angenent

Ich kenne Katja Angenent als Autorin bereits einige Jahre. Sie hat an Schreibwerkstätten von mir teilgenommen und ich habe schon einige Geschichten von ihr gelesen, weil sie auch als Autorin der Münsteraner Schreibgruppe Sem;kolon sehr präsent ist. Seit sie im Schreibraum von Eva-Maria Lerche selbst Schreibabende leitet, bin ich auch Teilnehmerin ihrer Kurse.

Nun ist im Juni ihr erstes eigenständiges Buch erschienen: Die Geschichtensammlung „Die alte Freundin Dunkelheit“ in der edition subkultur des Periplaneta Verlags. Es sind – wie der treffende Untertitel verrät – Schauergeschichten, die mal im historischen Setting, mal in der Gegenwart verortet, à la Stephen King das Grauen in den Alltag der Figuren einbrechen lassen.

Ich freue mich, dass Katja ein paar Fragen zu ihrem Schreiben und zum Veröffentlichen beantwortet hat!

Übersetzungslektorat: Odinskind

Heute ist es erschienen: Das Buch Odinskind aus der Rabenringe-Trilogie von Siri Pettersen. Als Lektorin durfte ich es begleiten und es hat Spaß gemacht, das Original sowie die Übersetzung zu lesen. Odinskind entführt Fantasy-Begeisterte in eine Welt mit Wurzeln in der nordischen Mythologie. Es ist als Jugendbuch für Lesende ab 14 Jahren geeignet, die die Hauptfigur Hirka auf ihrer Suche nach der eigenen Identität begleiten wollen –  in eine Welt, in die Hirka nicht recht zu passen scheint.

Kurzgeschichte: Tjark findet was

Beinahe zu spät. Aber noch eben nur beinahe. Tjark zieht die Schnüre hinter sich her. Er stemmt sich in die Seile und zerrt mit seinem ganzen Gewicht daran. Denn nur für Tjarks Kopf zieht Tjark Schnüre hinter sich her, in Wirklichkeit hängt an den Schnüren der Stoff, die Haken und der ganze Kram, ein kompletter Fallschirm eben. Und Tjarks Körper lässt sich nicht so leicht überlisten wie sein Kopf, seine Muskeln haben seinem Verstand die reale Erfahrung voraus, wie so oft.

Tjark hat den Fallschirm unter der Brücke gefunden, ein zwischen Steinen, Grasbüscheln und Dreck eingeklemmtes patschnasses Bündel.

Blackout Poetry

Gestern ist im Autorennewsletter The Tempest ein Beitrag zu Blackout Poetry von mir erschienen. Denn diese Kreativitätstechnik, aus vorhandenen Texten neue entstehen zu lassen, indem man viele Wörter “wegschwärzt”, beschäftigt mich gerade sehr.

Durch eine liebe Kollegin vom Texttreff, dem Netzwerk wortstarker Frauen, Cäcilie Kowald, bin ich darauf aufmerksam geworden. Ich habe mir im Internet eine Reihe von Bildern dazu angeschaut, ein paar Artikel dazu durchgelesen, mich mit alten Bücher und Zeitschriften bewaffnet, mir Stifte genommen – und einfach losgelegt.

Motivationsschub Schreibwerkstatt

Eine schöne Umgebung kann kreative Energien freisetzen. Das hat Münsters Schreibwerkstatt erfahren, denn im März durften wir mit den Textperimenten im Schreibraum Münster von Eva-Maria Lerche zu Gast sein.

Ihre schöne Umgebung haben wir genutzt, um uns mit Schatzkisten-Entdeckungen gegenseitig vorzustellen, aus Kürzestgeschichten neue zu spinnen (Wer schon immer mal wissen wollte, wie man den Teufel überlistet, um doch noch in die Hölle zu kommen – wir haben es herausgefunden!) und Blackout Poetry als Schreibimpuls zu nutzen.

Osterzeit – Schreibzeit

Osterzeit, freie Zeit als Schreibzeit nutzen – das ist hoffentlich in diesem Jahr kein Aprilscherz.

Vielen fällt es schwer, sich Freiräume für eigene Anliegen zu schaffen, auch wenn es geliebte Hobbys sind oder ein starker innerer Antrieb zum Kreativen Schreiben ist. Das berichten Teilnehmende in Münsters Schreibwerkstatt immer wieder. Ein guter Grund, Schreibgruppen beizutreten und Workshops zu besuchen, um einen festen Rahmen zum Schreiben zu haben: einen Anlass, einen Raum (örtlich und zeitlich), motivierende Mitschreibende und inspirierende Impulse. Und vielleicht auch ein klein wenig selbstgewollter Druck, bis zum nächsten Treffen einen Text zu beenden, von dem alle hören wollten, wie er weitergeht.

Lesung im Literaturhaus Zürich

Ausschreibungen und Wettbewerbe gibt es im Literaturbetrieb viele. Sie sind unterschiedlich bekannt und anerkannt, unterschiedlich honoriert und frequentiert – und unterschiedlich ist auch, was hinterher mit den Texten geschieht. Das Literaturhaus Zürich sucht bereits seit Jahren regelmäßig einen “Text des Monats”. Dazu gibt es unterschiedliche Schreibaufgaben. Eine Jury kürt aus den eingereichten Geschichten einen Monatsgewinner, der auf der Internetseite veröffentlicht wird. Im Folgejahr entsteht aus diesen Monatstexten eine Anthologie, die bei einer Lesung präsentiert und verteilt wird.

Im Februar 2017 habe ich mit meinem Text “Der Karton” die Ausschreibung gewonnen.

#Geschichte12

Keksmond bringt mit ihrem Projekt #Geschichte12 Schreibende zusammen, denn sie hat eine besondere Idee, die 2018 in die Tat umgesetzt wird: 12 Leute erzählen zusammen in 12 Monaten eine Geschichte.

Sie hat 11 Schreibende gesucht, die mit ihr gemeinsam eine Fortsetzungsgeschichte entwickeln. Jeder hat einen Monat Zeit, seinen Teil zur Geschichte beizutragen. Es gibt ein paar grundlegende Vorgaben – inzwischen ist es eine weibliche Protagonistin geworden, die aus der Ich-Perspektive ihre Fantasy-Geschichte erzählt – wie die Länge der einzelnen Beiträge, die Zeit, in der geschrieben wird usw. Im Dezember ist Katharina dann selbst dran und bringt das Projekt zu seinem Abschluss.

Kürzestgeschichte: Alles ist relativ

Das Auge ist es, was alles anders macht. Der Fisch liegt mit gebogenem Leib in der Schale, nur sein Kopf schaut über den Rand, der Rücken schmiegt sich in die Salatblätter.

Du greifst immer wieder in die Schale hinein, deine Fingerkuppen gleiten auf den Schuppen hin und her; sie glänzen, als hätte die Fischseele auf sie abgefärbt. Zwischen Blinzeln, Nicken und Lächeln lädst du dir immer wieder eine Handvoll in den Mund; wenigstens sprichst du nicht, sondern tust so, als würdest du mir zuhören.

Aber ich kann nicht mehr erzählen. Meine Worte haben ihren Zusammenhang verloren, als hätte etwas das Netz, das sie sonst aneinanderbindet, zerrissen.

Das erste Mal in deiner Wohnung und du servierst mir Nüsschen in einer Schale aus stilisierten Salatblättern mit Fischkopf als Griff. Das Auge blinzelt mir zu, wenn du mit der Hand an die Schale stößt.

Ich werde nie wieder Nüsschen essen.