Aus dem Lektorat: Odinskind

Heute ist es erschienen: Das Buch Odinskind aus der Rabenringe-Trilogie von Siri Pettersen. Als Lektorin durfte ich es begleiten und es hat Spaß gemacht, das Original sowie die Übersetzung zu lesen. Odinskind entführt Fantasy-Begeisterte in eine Welt mit Wurzeln in der nordischen Mythologie. Es ist als Jugendbuch für Lesende ab 14 Jahren geeignet, die die Hauptfigur Hirka auf ihrer Suche nach der eigenen Identität begleiten wollen –  in eine Welt, in die Hirka nicht recht zu passen scheint.

Odinskind – erster Teil der Rabenringe-Trilogie

Odinskind spielt in Ymsland, einer mittelalterlichen Welt mit magischen Einschlägen. Hirka wächst bei ihrem Vater auf und lernt von ihm viel über Kräuter und Heilkunde. Die Leute verehren den Seher, einen Raben, der die Geschicke ihrer Welt lenkt – durch einen Rat, dem er sich offenbahrt. Schon immer fühlte sich Hirka anders als andere – nicht nur, weil sie lediglich eine Narbe auf dem Rücken hat, wo bei allen anderen der Schwanz angewachsen ist.

Aus der Verlagsvorschau:

Hirka ist in Ymsland aufgewachsen. Mit fünfzehn findet sie heraus, dass sie ein Odinskind ist – ein schwanzloses Wesen aus einer anderen Welt. Von nun an ändert sich alles: Sie weiß weder, wer sie ist, noch, wohin sie gehört. Sie weiß nur, dass ihr Leben auf dem Spiel steht. Aber das ist nur der Anfang, denn Hirka ist nicht die einzige Fremde, die es durch die Steintore nach Ym verschlagen hat …

Hirka muss sich auf die Suche machen – nach sich selbst, ihrer Vergangenheit und ihrer Zukunft. Sie weiß nicht, wem sie vertrauen kann und wem nicht – das ist schwierig, weil sie nicht einmal weiß, welche Seiten es in diesem Spiel gibt. Auf jeden Fall ist sie nicht die Einzige, die anders ist als sie vorgibt zu sein.

Die Rabenringe-Trilogie in Norwegen

Siri Pettersen war mit allen Teilen für mehrere norwegische Preise nominiert; der erste Teil der Trilogie gewann 2014 den Fabelpreis – eine Auszeichnung für das beste norwegische Fantasy-Buch, der dritte Teil gewann 2015 den Havmannspreis für das beste nordnorwegische Buch sowie 2016 den Sørlandets litteraturpris. Alle Teile waren für den Buchhändlerpreis nominiert – das erste Mal, dass eine komplette Serie es so weit gebracht hat. Die Bücher sind jedoch nicht nur preiswürdig, sondern ebenso alle Verkaufserfolge in Norwegen.

Die Autorin Siri Pettersen

Siri Pettersen (1971 in Nordnorwegen geboren) ist gelernte Designerin und war bereits mit ihren Comics erfolgreich, als sie 2013 mit dem ersten Band der Rabenringe-Reihe auf Anhieb viel Beachtung fand. 2017 ist in Norwegen ihr neuestes Buch Bobla erschienen – ein magisches Kinderbuch.

Übersetzungslektorat – Was ist das?

Ein Übersetzungslektorat ist zunächst einmal ein Lektorat: akribisches Lesen des Textes mit Blick auf die Figuren, den Plot, die Logik, den Satzbau, Wiederholungen, einheitliche Formulierungen usw. Also den letzten Schliff geben und auf Stellen aufmerksam machen, an denen es noch hakt. Davon gab es gar nicht so viele, denn Dagmar Mißfeldt und Dagmar Lendt sind erfahrene Übersetzerinnen, die bereits viele Bücher aus verschiedenen skandinavischen Sprachen ins Deutsche übertragen haben. Das hat man dem Manuskript angemerkt, als es auf meinem Schreibtisch landete. Das besondere an einem Übersetzungslektorat ist, dass es ein bereits veröffentlichtes Original gibt, mein Blick also auch immer auf dem norwegischen Text und seinen Formulierungen lag – zu tiefe Eingriffe in den Text sind da nicht mehr möglich. In diesem Fall besonders spannend, weil es ein Fantasy-Roman ist. Durch die eigene Welt gibt es viele Wortschöpfungen, die sich nicht einfach übersetzen lassen. Da waren die Übersetzerinnen oft im Gespräch mit der Autorin, um klanglich und inhaltlich die besten Lösungen zu finden.

Buchinformationen

Autorin: Siri Pettersen

Titel: Odinskind (Auftakt der Trilogie Rabenringe)

Genre: Fantasyroman für Jugendliche ab 14 Jahren

ISBN: 978-3-03880-013-2

Verlag: Arctis Verlag

 

Coverbild: Arctis Verlag

 

Ich freue mich über Hinweise auf Rezensionen, die ich an dieser Stelle gerne verlinken werde.

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