Unkompliziertes Norwegen – bis auf die Aussprache …

Der Texttreff ist das Netzwerk wortstarker Frauen. Wie in jedem Jahr gab es auch im Advent 2015 eine Blog-Wichtel-Aktion. Dabei beschenken sich bloggende Textinen gegenseitig mit Artikeln. Und so habe ich von Sabine Olschner einen tollen Bericht über ihre Erfahrungen in Norwegen und mit der norwegischen Sprache erhalten:

Norwegisch scheint gar nicht so schwer zu sein. Zumindest wenn man es liest. „Varmere i Norge enn på Mallorca“, habe ich im ungewöhnlichen heißen Sommer 2014 in einer norwegischen Zeitung gelesen. Versteht doch jeder Deutsche, oder? Auch Schilder wie „Campingplass“, „Supermarked“, „Langsom“ oder „Fisk“ sind problemlos zu deuten. Aber wehe, der Norweger spricht aus, was sonst nur geschrieben steht! Dann ist es mit dem Verstehen schnell vorbei …

Rorbu_Ferngeweht

Fischerhütten auf den Lofoten: o=u und u=ü

Ein Beispiel: Wir wollten im Sommer 2014 auf den Lofoten eine der typischen Fischerhütten mieten. Rorbu heißen die hübschen Häuschen, von denen es vor allem auf der Inselkette im Norden des Landes viele gibt. Ich rief also die Vermieterin einer solchen Rorbu an und fragte, ob die Hütte frei sein – auf Englisch natürlich, denn Norwegisch spreche ich nicht. Sie verbesserte mich prompt: Es heiße nicht „Rorbu“, sondern „Rrrurrrbü“! Ups, fortan beließ ich es komplett bei Englisch – eine Sprache, die so gut wie alle Norweger bestens beherrschen, was das Reisen in Norwegen so einfach macht.

Neben der Sprache ist auch das sonstige Reisen in Norwegen völlig unkompliziert: eine günstige Fährverbindung suchen, ins Auto setzen, losfahren und sich einfach treiben lassen. An jeder Ecke gibt es Campingplätze, auf denen man sein Zelt aufschlagen oder eine der praktischen Campinghütten mieten kann. Die günstigsten Hütten sind sehr schlicht ausgestattet: ein Bett (oft ein Etagenbett), ein Tisch, zwei Stühle, einen Kühlschrank und eine Kochplatte. Mehr braucht es meist auch nicht für die Übernachtung samt Abendessen. Wer es komfortabler mag, wird ebenfalls fündig.

Keine feste Route durch Norwegen

Eine feste Route haben wir für unsere vierwöchige Reise durch Norwegen nicht geplant. Einziges Ziel waren die Lofoten. Auf dem Hinweg nahmen wir uns Zeit, wanderten am Femundsee im Osten des Landes und fuhren über eine Woche die Küstenstraße 17 bis zu den Lofoten hinauf. Nach sieben Tagen auf den Inseln ging es wieder hinunter in den Süden – dieses Mal quer durch Fjordnorwegen mit Zwischenstopps unter anderem am Geiranger-, Hardanger- und Lysefjord.

Wichtig ist bei einem Norwegen-Urlaub, sich Zeit zu nehmen, denn 100 Kilometer sind, im Gegensatz zu Deutschland, nicht in einer Stunde zu schaffen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei rund 50 bis 60 km/h – und wer wie wir ständig für Fotostopps anhält, braucht auch gern mal länger. „Leider“ ist fast jedes Fleckchen von Norwegen sehenswert, daher ist es schwer, konkrete Empfehlungen für eine Region zu geben.

Wenn ich das nächste Mal nach Norwegen fahre (es wird bestimmt nicht das letzte Mal gewesen sein!), werde ich vorher tatsächlich ein paar Wörter Norwegisch lernen. Und sei es nur aus Höflichkeit gegenüber den Einheimischen. Vielleicht kann Maike mir dabei ja helfen …?

Sabine_am_Lysefjord_Ferngeweht

 

 

Sabine Olschner schreibt auf ihrem Reiseblog Ferngeweht  über ihre Reisen in alle Welt. Zum Nachreisen: Dies war ihre komplette Route durch Norwegen. Die Fotos im Artikel stammen von ihr.

 

 

 

Eine Übersicht über die anderen Blogwichtel-Beiträge im Texttreff bekommt ihr hier.

 

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