Schreibkompass – Irrwege beim Schreiben und Veröffentlichen vermeiden

Andreas Schuster habe ich bereits vor Jahren als Autorencoach kennengelernt. Seinen mit inzwischen fast 200 Folgen rund ums Schreiben, Veröffentlichen und den Buchmarkt höre ich immer wieder gerne – auch, weil er dort viele Expert*innen zu Wort kommen lässt. Nun hat Andreas seine Erfahrungen in einem Schreibkompass („99 Irrwege auf deinem Buchabenteuer und wie du sie vermeidest“) veröffentlicht und im Selfpublishing herausgebracht. Im Interview beantwortet er Fragen zu diesem Prozess und gibt Tipps für Schreibende.

Was ist die am häufigsten gestellte Frage bei deinen Coachings? Und was antwortest du darauf?

Am häufigsten werde ich nach meiner Einschätzung zu einem konkreten Text oder zu einem Kapitel gefragt. Diese hängt natürlich von meinen Leseeindrücken und einer detaillierten Analyse ab. Darüber hinaus taucht zu Beginn eines Coachingprozesses immer wieder die Frage auf: Schreibe ich eigentlich gut genug? Diese ist häufig Ausdruck von Unsicherheiten und Selbstzweifeln. Ich eröffne daraufhin meist ein Gespräch über konkrete Textpassagen, um Stärken und Baustellen zu betrachten. Statt absoluter Selbstüberzeugung und Niedergeschlagenheit bietet es sich meist an, den Blick auf den Prozess zu richten.

Gibt es einen Kniff, eine Erkenntnis, die für dich zentral ist beim (Roman-)Schreiben?

Immer zentraler ist für mich in den letzten Jahren der Blick auf die Hintergrundgeschichte der Figuren geworden: Was hat insbesondere die Hauptcharaktere zu denen gemacht, die sie zu Beginn einer Geschichte sind? Nur wenn wir darauf stimmige und interessante Antworten finden, gelingt es, eine überzeugende Story zu entwickeln.

Wo hast du dich übers Selfpublishing informiert? Hast du für andere Schreibende Tipps für Internetseiten, Podcasts o. ä.?

Ich nutze meinen eigenen Podcast Schreiben und Leben gerne, um spannende Menschen aus der Buchbranche einzuladen. Einerseits natürlich, um meine Hörerinnen und Hörer zu informieren. Andererseits jedoch auch, da mich die Gäste und deren Themen selbst interessieren. Immer wieder geht es dabei auch ums Marketing für Schreibende und um das Thema Selfpublishing.

Darüber hinaus ist die Selfpublisherbibel immer eine gute Anlaufstelle, um sich einen Überblick über alle Aspekte des Veröffentlichens zu verschaffen. Beate Sinn wiederum bietet eine hilfreiche Übersicht der größten Anbieter. Besonders zu empfehlen ist es auch, die Erfahrungsberichte anderer Autoren zu studieren, etwa im Schriftstellerforum.

Als Selfpublisher bist du für alles alleine verantwortlich. Wie hast du diejenigen gefunden, mit denen du zusammengearbeitet hast? Im Lektorat, fürs Cover, für den Satz, …?

Durch eine ausgiebige Netzrecherche und persönliche Gespräche. Beides würde ich jedem empfehlen, der den Veröffentlichungsprozess in die eigene Hand nimmt. Nicht jeder Coverdesigner passt zu jedem Buch und auch bei der Art der Zusammenarbeit gehen die Vorstellungen manchmal auseinander. Nicht zuletzt hängt es auch vom persönlichen Budget ab, welche Lösungen jeweils infrage kommen. Erst, wenn du dir einen fundierten Eindruck verschafft hast und alle Fragen geklärt sind, solltest du die Aufträge vergeben.

Porträtfoto Schreibcoach Andreas SchusterWas hättest du vor dem Selfpublishing gerne gewusst? Also, was möchtest du angehenden Selfpublisher*innen mitgeben?

Da ich mich bereits seit einem Jahrzehnt intensiv mit dem Thema beschäftige, gab es für mich keine großen Überraschungen. Besonders wichtig ist meiner Ansicht nach eine nachhaltige Marketingstrategie. Wenn du viel Herzblut in ein Buch steckst, hast du meist auch Lust, dass es andere lesen. Dafür hilft es, sich klarzumachen, für wen dein Werk interessant ist, wie du die entsprechende Zielgruppe erreichst und dann auch an dich bindest. Dieser Prozess sollte lange vor der eigentlichen Buchveröffentlichung beginnen.

Und für welche Zielgruppe ist dein Schreibkompass gedacht?

Das Buch richtet sich an alle Autorinnen und Autoren, die unnötige Fehler und Sackgassen vermeiden möchten. Der Ratgeber speist sich direkt aus meinen Erfahrungen als Autorencoach: keine graue Theorie, sondern bewährte Strategien. Insbesondere gehe ich aufs Romanschreiben und aufs autobiografische Schreiben ein. Doch auch bei der Herausforderung, immer wieder ins Schreiben zu kommen, und bei einem gelungenen Autorenmarketing soll es helfen. Der Schreibkompass bietet dabei kein festes System, sondern vielfältige Inspiration, um sich den eigenen, passenden Weg zu erschreiben.

Hier findet ihr weitere Informationen über Andreas:

Im Tempest-Newsletter rund ums Kreative Schreiben vom April 2026 findet ihr auch eine Rezension von mir zum Schreibkompass.

© Fotos: Andreas Schuster

Andreas Schuster: Schreibkompass: 99 Irrwege auf deinem Buchabenteuer und wie du sie vermeidest. ISBN: 978-3-76931959-0. 282 Seiten. 20 Euro.

Klappentext zum Schreibkompass:

Möchtest du endlich dein eigenes Buch in den Händen halten? Ist deine Schreibmotivation dabei jedoch schon zu oft verflogen? Liegt dein Manuskript gar halbfertig in der Schublade? Oder hast du noch nicht mal richtig angefangen zu schreiben? Die besten Buchideen scheitern nicht am Talent, sondern weil du auf einen dieser 99 Irrwege gerätst! Du verlierst dich in den Tücken des Kreativen Schreibens, des Romanschreibens, des autobiografischen Schreibens, der Überarbeitung oder des Autorenmarketings. So verschwendest du kostbare Zeit und Energie und gibst irgendwann frustriert auf. Es ist Zeit für eine Abkürzung! Die 99 häufigsten Irrwege von Autorinnen und Autoren sind in diesem Schreibratgeber versammelt. Er dient als mächtiger Wegweiser durch das Dickicht deines persönlichen Buchabenteuers. Du erhältst klare, praxiserprobte Strategien, um die Hürden beim Bücherschreiben souverän zu umgehen. Der Schreibkompass liefert für folgende Bereiche bewährte Methoden und Herangehensweisen: – Mit dem Schreiben beginnen – Schreibhandwerk – Einen Roman schreiben – Autobiografisch schreiben – Schriftsteller werden – Als Autor bekannt werden – Ein Buch veröffentlichen. Navigiere spielerisch durch Verzettelung und Schreibkrisen, bis du dein Ziel erreichst: dein veröffentlichtes Buch und den Start in deine Autorenkarriere. Höre auf, dich zu verlaufen. Nimm den Schreibkompass in die Hand und meistere dein Buchabenteuer!

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