Bücher, nicht Boote. Gastbeitrag von Autorin Pia Ziefle

Heute eine ganz besondere Hilfsaktion: und zwar „Flüchtlingspaten Syrien“.

Kurzfassung: über Flüchtlingspaten Syrien können Menschen auf legale Weise aus dem Krieg geholt werden. Notwendig sind lediglich individuelle Verpflichtunsgerklärungen, fünf Jahre lang für die Kosten der neuen Mitbürger aufzukommen. Dafür jedoch gibt es einen Pool aus Spenden- und Patengeldern (10 Euro im Monat), aus dem sämtliche Kosten für die Reise mit dem Flugzeug und das Ankommen und Leben in Deutschland bestritten werden.

Die Gruppe „Autoren helfen“ hat mich auf Bücher, nicht Boote hingewiesen und natürlich bin ich sofort dabei wenn es darum geht, Menschen einen sicheren Weg aus dem Krieg zu ermöglichen. Ich glaube, ich muss nicht erst auf die neuen Zahlen aus den letzten Tagen hinweisen um klar zu machen, dass Boote über das Mittelmeer absolut nicht die Lösung sein können.

Autoren helfen – was ist das denn?

„Autoren helfen“ (Navigation ist ein wenig versteckt am Desktop oben links) ist nun schon seit sechs Monaten aktiv – eine Initiative, die mittlerweile von über 100 deutschsprachigen AutorInnen auf unterschiedlichste Weise gelebt wird. Dank dem unermüdlichen Einsatz unserer KollegInnen – neben literarischen Stimmen wie u.a. Isabel Bogdan, Inger-Maria Mahlke, Monika Zeiner, Kristof Magnusson, Sabine Gruber, Lucy Fricke, Markus Orths, BestsellerautorInnen wie Friedrich Ani, Arno Strobl, Oliver Bottini, Elisabeth Hermann, Kerstin Gier, Nina George, auch Kinder- und Jugendbuchautorinnen wie Krystyna Kuhn, Stefanie Taschinski, Alice Pantermüller, Salah Naoura, Andreas Götz, Dorit Linke, usw. -, wurden in den letzten Wochen 14.000 Euro an Spenden eingenommen und an Helferteams in Idomeni weitergegeben.

Flüchtlingspaten Syrien e.V.

Bisher mussten deutsche Bürger, die syrischen Familien helfen wollten, legal und sicher hierher zu kommen, eine lebenslange Verpflichtung eingehen, für die neuen Bürger finanziell einzustehen. Das ist eine hohe Hürde, nicht wenige haben sich dennoch ohne zu zögern darauf eingelassen.
Aber jetzt gibt es durch das neue Integrationsgesetz eine Begrenzung der Verpflichtung auf 5 Jahre, und zwar auf Betreiben der Kirchen, und – man höre und staune – der Justiz.
Damit wird das, was die Flüchtlingspaten Syrien e.v. als einzige Initiative in größerem Umfang und als letzten gangbaren Weg nach Deutschland ermöglichen – Menschen mit Verpflichtungserklärungen aus dem Krieg hierher holen – gerade überraschend ein bisschen leichter. Es nimmt vielen Menschen, die noch gezögert haben, die Angst vor der „Unendlichkeit“ ihrer Unterschrift. Prompt spüren die Flüchtlingspaten Syrien e.V., dass erste Zögernde sich zu einem „Ja“ entschließen und die lange Warteliste Verzweifelter in Yarmouk und Aleppo nach und nach kürzer werden könnte.

Pool statt individueller Geldbeutel

Könnte – denn Menschen aus dem Krieg hierher retten, können die Flüchtlingspaten Syrien e.V nur, wenn auch die zweite Säule ihres Systems gewährleistet ist: die Finanzierung. Um möglichst viele Bürger zu finden, die bereit sind, eine Verpflichtungserklärung zu unterschreiben, haben die Flüchtlingspaten Syrien e.V. einen Pool gegründet, von dem sie alle anfallenden Kosten für die hereingeholten Menschen bezahlen. So wird das finanzielle Risiko für die Verpflichtungsgeber auf Null reduziert. Monatliche Patenschaften ab 10 Euro machen das möglich. 400 Euro im Monat bedeuten: ein Mensch kann aus Syrien gerettet werden. Bisher haben 2.173 Menschen eine monatliche Patenschaft übernommen.

Darüber hinaus: Integrationshilfen

Mit Sprachkursen und Integrationslots/innen und fast 40 Ehrenamtlichen versuchen die Flüchtlingspaten Syrien e.V., die bisher geretteten 104 Menschen schnell auf eigene Beine zu stellen. Aber: Die monatlich wiederkehrenden Spenden der Patenschaften steigen nur noch langsam, und wenn das Budget es nicht zulässt, müssen sie allen neu Anfragenden eine Absage erteilenJeden Tag erreichen die Flüchtlingspaten Syrien e.V. ein Dutzend und mehr dieser verzweifelten Anfragen. Kriegsschicksale von Zurückgelassenen, meist Frauen, Alte und Kinder, für die die Flucht übers Mittelmeer zu gefährlich war und ist.

Die Bücherflat von „Autoren helfen“

Das neue Integrationsgesetz macht die einzigartige und wunderbare Arbeit der Flüchtlingspaten Syrien e.V. gerade ein gutes Stück leichter – bitte lasst uns jetzt mit vereinten Kräften diesen Impuls nutzen. Mit der Aktion Bücher, nicht Boote wollen wir von „Autoren helfen“ auf die Arbeit der Flüchtlingspaten Syrien e.V. aufmerksam machen und neue Patenschaften für sie gewinnen. Dafür rufen wir eine Bücherflat ins Leben.

Der 14. Juni

Jeder, der am 14. Juni 2016 eine Patenschaft für 10 Euro pro Monat bei einer Mindestlaufzeit von einem Jahr bei den Flüchtlingspaten Syrien e.V. abschließt, bekommt pro Monat ein signiertes Buch nach Hause geschickt.

Eine große Hilfe ist aber auch die Weiterverbreitung der Aktion – daher: wenn Ihr verlinkt, wo Ihr könnt, wäre das umwerfend!

Mehr zur Autorin Pia Ziefle und ihr Beitrag auf ihrem eigenen Blog unter www.piaziefle.de.

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