Literaturwettbewerbe und Ausschreibungen – Beteiligen ohne Frust

Literarische Ausschreibungen sind eine gute Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und Veröffentlichungserfahrungen zu sammeln. Das Feld ist jedoch sehr groß. Ich habe ein paar Informationen zusammengestellt, die es euch leichter machen, individuell für euch passende Ausschreibungen zu finden.

Da ich bereits in der Jury von Literaturpreisen saß, kenne ich auch die andere Seite. Und das ist meiner Meinung ganz wichtig: Die Brille der Gegenüber aufsetzen. In ganz vielen Jurys arbeiten Literaturbegeisterte ehrenamtlich. Sie stecken viel Zeit ins Lesen der eingesandten Beiträge und die Organisation. Da ist es nur fair und höflich, auf die Ausschreibungsbedingungen zu achten. Sendet nur wirklich passende, gut überarbeitete und sorgfältig korrigierte Texte ein.

Und wann ist eine Geschichte einsendebereit? Mein persönlicher Gradmesser dazu: Falls ich veröffentlicht werde oder etwas gewinne, mag ich sie dann gerne vor vielen Leuten vorlesen? Bis zu diesem Punkt sollten noch Überarbeitungsschleifen folgen. Lieber mit einer Einsendung aussetzen und aufs nächste spannende Thema oder Heft warten.

Welche Arten von Ausschreibungen gibt es?

  • Stipendien: häufig Residenzstipendien wie Stadtschreiberstellen mit meist monatelangen Aufenthalten; Werksstipendien unterstützen mit einem monatlichen Betrag den Schreibprozess; hier eine gute Übersicht
  • Anthologie-Projekte: unterschiedlichste Gruppen (Verlage, regionale Zusammenschlüsse, Vereine) stellen eine Sammlung von Texten zu einem bestimmten Thema zusammen – meist kein Honorar, aber man lernt Gleichgesinnte kennen und kann Lesungserfahrungen sammeln
  • Literaturzeitschriften: selten mit Honorar, manchmal gibt es Lesungen oder Preise; eine Übersicht findet sich auf Wikipedia
  • Literaturwettbewerbe: sehr unterschiedlich honoriert, meist mit Preisverleihung und Lesung; manchmal entstehen daraus auch Anthologien – eine Übersicht gibt es bei https://weyrother.net/infos-fur-autoren/literaturstipendien/.

Stipendien sind immer mit einer (monetären) Gegenleistung verbunden und sei es nur Kost und Logis. Bei Anthologien, Literaturzeitschriften und sonstigen Wettbewerben gibt es sehr unterschiedlich hohe Preisgelder, manchmal lediglich eine Veröffentlichung als Honorar, manchmal Sachpreise.

Wo finde ich literarische Ausschreibungen?

Welche Bedingungen gibt es bei Literaturwettbewerben?

Häufig wird vorab gefiltert. Meist müssen die eingereichten Texte unveröffentlicht sein. Manchmal muss man als Autor*in bereits Veröffentlichungen vorweisen können (von einem Beitrag in einer Literaturzeitschrift bis hin zu mehreren eigenständigen Romanen in Publikumsverlagen), manchmal werden dagegen gerade unveröffentlichte Schreibende gefordert. Es gibt Alterbegrenzungen. Oder regionale Vorgaben, zum Beispiel, dass die Geschichten in einer bestimmten Stadt spielen oder die Autor*innen aus einem Bundesland kommen bzw. dort wohnen. Nicht immer sind alle Genres willkommen, teilweise gibt es Lyrik- und Prosa-Wettbewerbe parallel. Und natürlich gibt es Längenvorgaben – von kürzester Flaschfiction bis zu 50-Seiten-Erzählungen oder ganzen Romanmanuskripten kann alles vorkommen.

Ganz wichtig also: Die Bedingungen genau durchlesen! Damit ihr euch nicht unnötig Arbeit macht und bei einer Absage (oder ausbleibender Rückmeldung) frustriert seid, aber auch, damit die Jurys sich auf die wirklich passenden Texte konzentrieren kann.

Aktuelle Ausschreibungen 2026

Der Scivias Preis der katholischen Kirche müsste 2026 wieder ausgeschrieben werden. Jährlich ist der Putlitzer Preis ein tolles Projekt.

Welche Erfahrungen habt ihr bereits mit Literaturausschreibungen gemacht? Erzählt gerne in den Kommentaren davon!

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