{"id":2735,"date":"2020-09-04T05:59:18","date_gmt":"2020-09-04T03:59:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.skriving.de\/wordpress\/?p=2735"},"modified":"2023-09-12T08:17:55","modified_gmt":"2023-09-12T06:17:55","slug":"auswaertsausschuss-eine-geschichte-aus-norwegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.skriving.de\/wordpress\/auswaertsausschuss-eine-geschichte-aus-norwegen\/","title":{"rendered":"Ausw\u00e4rtsausschuss &#8211; eine Geschichte aus Norwegen"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><strong>Zwei Schl\u00fcsselchen \u00f6ffnen dir jedes Herz, zwei niedliche, kleine, blanke. Sie hei\u00dfen Bitte und Danke.<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>In Pias Hand gl\u00e4nzen vier Schl\u00fcssel in der Nachmittagssonne. Sie hasst diesen Spruch, den ihre Mutter sie immer und immer wieder in die Poesiealben zu schreiben gezwungen hat. Wenigstens bei Philipp h\u00e4tte sie \u2026 Aber es ist eben nicht ihre Art, ihrer Mutter zu \u2026<br \/>\nAm meisten hasst sie es, dass ihr jetzt und hier, in dieser Situation dieser Spruch durch den Kopf geht. Nein, der Spruch kann nichts daf\u00fcr, es ist ihre Mutter, die jetzt und hier nichts zu suchen hat und sich doch wieder einmischt.<\/p>\n<p>Pia pustet sich die Haare aus dem Gesicht und stopft die Schl\u00fcssel in ihre Tasche. Die schr\u00e4g einfallenden Sonnenstrahlen machen den windzerknitterten Wohnheimplan in ihrer Hand nicht gerade lesbarer. Pia muss sich umdrehen, um die richtigen Eing\u00e4nge erkennen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nErster Schl\u00fcssel: <!--more-->Von der K\u00fcche aus der Blick \u00fcber die niedrigeren H\u00e4user auf dem Gel\u00e4nde, aber vor dem Zimmerfenster eine dicke Birke. Das ist es nicht.<br \/>\nIn der zweiten WG muss sie die Eingangst\u00fcr gewaltsam aufdr\u00fccken. Kartons stapeln sich im Flur, das Radio dudelt aus dem Badezimmer. Unter der Toilettent\u00fcr kriecht Lichtschein zu ihr, aber niemand antwortet auf ihr &#8220;Hei&#8221;. Die dreckigen Teller in der K\u00fcche stehen auf Fensterbank und Fu\u00dfboden herum und Pia geht gar nicht erst hinein.<br \/>\nUm den dritten Schl\u00fcssel benutzen zu k\u00f6nnen, schiebt Pia eine Deutschlandflagge zur Seite. Martin, Lara, Svenja, Otto und Birthe steht auf den Zimmert\u00fcren. Pia bleibt im Flur und dreht den Schl\u00fcssel zwischen den Fingern hin und her. Sie schaut sich das freie Zimmer nicht an. Das ist es nicht, weshalb sie hergekommen ist.<br \/>\nAn der vierten T\u00fcr h\u00e4ngt schon drau\u00dfen ein Namensschild: Siri, Frode und viele Fragezeichen. Pia streicht mit den Fingern \u00fcber die Ornamente auf der Flurwand. Auf dem K\u00fcchentisch sitzt eine Plastikspinne vor zwei Fotos. &#8220;Siri, Frode og Wanda venter p\u00e5 deg&#8221; steht auf einem Zettel. Pia schl\u00e4gt in ihrem W\u00f6rterbuch nach. Vente hei\u00dft warten; dass deg dich bedeutet, wei\u00df sie schon. Bodentiefe K\u00fcchenfenster und im Bad bunte Zahnputzbecher.<br \/>\nPia steckt den Schl\u00fcssel in ihre Hosentasche und bringt die anderen zur Verwaltung zur\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>*****<\/strong><\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Abend gibt es eine Party in der WG. Siri schiebt die Spinne Wanda bei Frode unter dem T\u00fcrspalt durch und schlie\u00dft dann ihre eigene Zimmert\u00fcr. Pia steht mit den H\u00e4nden in den Taschen da und wartet ab.<br \/>\nEs kommen gleich Leute zum Vorspiel, sagen die anderen und Pia lehnt sich mit dem R\u00fccken an die Fensterbank. Als Frode seine T\u00fcr abschlie\u00dft, macht sie das auch.<\/p>\n<p>Um halb neun klingeln die Jungs vom Flur gegen\u00fcber. Sie heben Pia ihre Bierflaschen entgegen, als sie gr\u00fc\u00dfen, und Pia denkt, typisch Ami, aber dann kommen Siris und Frodes Freunde von der Uni und packen ebenfalls klirrende T\u00fcten in die Ecke. Es wird nichts herumgereicht und Pia wei\u00df nicht, wohin mit ihren H\u00e4nden, also l\u00e4sst sie sie in den Taschen stecken.<br \/>\nSiri sagt &#8220;sk\u00e5l&#8221;, als sie Pia ein Bier gibt, und schiebt sie einem Typen in die Arme, der so norwegisch &#8220;hei&#8221; murmelt, dass Pia ihm nur zunickt. Sie stehen zehn Minuten voreinander, gestikulieren und trinken.<br \/>\nDann schl\u00e4gt einer Siri zu Boden und Pias Typ dr\u00e4ngt sich vor, um dem Kerl den Arm auf den R\u00fccken zu drehen und ihn aus dem Fenster zu schubsen. Die Amerikaner sind schon rausgelaufen.<br \/>\nFrode zieht den Kerl auf die Beine und winkt Pia zu.<br \/>\n&#8220;Deutsch?&#8221;, sagt er zu ihr und Pia legt den Kopf schr\u00e4g, denn schlie\u00dflich wissen sie beide, dass Pia Deutsch spricht.<br \/>\nDoch dann versteht sie Frode und st\u00f6\u00dft dem Kerl einen Finger in den Bauch.<br \/>\n&#8220;Was war denn das f\u00fcr eine Nummer?&#8221;, fragt sie und er sch\u00fcttelt den Kopf.<br \/>\n&#8220;Keine Ahnung, was hier f\u00fcr ein Film l\u00e4uft&#8221;, sagt er und dann dreht er sich von Pia weg und kotzt Frode vor die F\u00fc\u00dfe.<br \/>\nDer springt zur\u00fcck und l\u00e4sst den Kerl los.<br \/>\nDie Amerikaner haben sich mit Siri in ein Taxi gedr\u00e4ngt und fahren hupend davon. Pia schiebt den Kerl an eine Mauer und stellt sich breitbeinig vor ihn. Er sch\u00fcttelt noch immer den Kopf.<br \/>\n&#8220;Sie hat mich doch zum Vorspiel eingeladen&#8221;, sagt er und faselt etwas von teuren H\u00e4ppchen, die er extra gemacht und dem Selbstgebrannten seines Mitbewohners, den er beim Vorbereiten getrunken und der Geste, die Siri vollkommen missverstanden habe.<br \/>\nIhr Typ von vorhin schiebt Pia zur Seite und sch\u00fcttelt auch den Kopf. Sieht ein bisschen schr\u00e4g aus, wie die beiden da voreinander stehen und mit den K\u00f6pfen wackeln, denkt Pia. Aber vielleicht ist das hier so ein Ritual und sie wird gleich noch mehr ungeahnte Einblicke in exotische Kulturen zu sehen bekommen?<br \/>\nDoch da sagt ihr Typ &#8220;Du Penner, Vorspiel ist Vorgl\u00fchen. Am besten, du verpisst dich unauff\u00e4llig.&#8221;<br \/>\nDann nimmt er Pia ihre Flasche ab, steckt sie in eine T\u00fcte und verbirgt sie in dem Geb\u00fcsch unter dem K\u00fcchenfenster. Er zieht Pia am Arm und sie fahren mit dem Taxi zum <em>Spektrum<\/em>.<br \/>\nFrode sitzt neben Pia und fuchtelt mit der Hand vor ihrem Gesicht herum, w\u00e4hrend er lauter Fragen an ihren Typen herunterrattert, der keine Antworten, nur Gegenfragen zu haben scheint. Endlich ist Frode still und Pias Typ, Jan, spricht auf Deutsch weiter.<br \/>\n&#8220;Wieso sprichst du Deutsch?&#8221;, unterbricht sie ihn.<br \/>\n&#8220;Wieso sprichst du Deutsch?&#8221;, fragt Jan zur\u00fcck, und Pia denkt, dass ihm das dringend mal jemand sagen muss, wenn er zu Hause nicht st\u00e4ndig auffallen will.<\/p>\n<p>Trotz Konzerttrubel im <em>Spektrum<\/em> haben sie Siri und die Amerikaner bald wiedergefunden. Sie fragen sich nicht dauernd gegenseitig etwas, aber Pia kann durch all den L\u00e4rm deutlich heraush\u00f6ren, wo sie herkommen.<\/p>\n<p>&#8220;Warum antworten die sich hier eigentlich nie?&#8221;, fragt Pia Jan sp\u00e4ter, als sie bei zehn Grad und D\u00e4mmerlicht wieder vor die T\u00fcr gehen.<br \/>\nJan zieht die Augenbrauen zusammen. Es ist sein letzter Abend in Oslo, er hat sein Jahr schon hinter sich. Dann lacht er. Er kichert und hickst, als h\u00e4tte Pia sonstwas &#8230;, aber er ist wohl einfach nur besoffen.<br \/>\n&#8220;Tonem&#8221;, lallt er und fuhrwerkt er mit seinem Zeigefinger auf einem Fahrplan herum, obwohl nicht mal Pia die Schriftgr\u00f6\u00dfe mehr lesen kann.<br \/>\nDann kommt eine Stra\u00dfenbahn und sie stolpern eingehakt hinein. Jan schnarcht an ihrer Schulter, und weil er trotz Fahne gut riecht, weckt Pia ihn nicht auf. Sie will jetzt nicht alleine sein, und wenn sie ihn irgendwo sitzen l\u00e4sst, verpasst er wohlm\u00f6glich seinen R\u00fcckflug.<\/p>\n<p>Beim Bremsenquietschen an der letzten Station rei\u00dft Jan den Kopf hoch und sie steigen aus. <em>Sognsvann<\/em> liest Pia auf einem Schild und hofft, dass Jan im letzten Jahr kein fanatischer Naturfreund geworden ist. Pia hat im Flugzeug ein Bild von dem riesigen Waldgebiet am Stadtrand gesehen. Doch Jan bleibt auf der Schotterpiste mit den Stra\u00dfenlaternen.<br \/>\nEr wolle ihr nur den See zeigen. Er l\u00e4uft zum Ufer hinunter und zieht sich aus, und Pia sieht sich um, aber sie sind allein. Er springt kopf\u00fcber hinein und taucht und Pia \u00fcberlegt, ob sie ihm von ihrem Rettungsschwimmerschein erz\u00e4hlt hat, aber sie glaubt nicht, also setzt sie sich neben sein Shirt und wartet ab.<br \/>\nEs prustet an der dunklen Wasseroberfl\u00e4che und Jan schwimmt zu ihr zur\u00fcck.<br \/>\nEr sch\u00fcttelt sich, als sei er ein Hund und so sieht er auch aus mit den schwarzen, gl\u00e4nzenden Haaren am ganzen K\u00f6rper. Als er neben ihr liegt, blickt er auf seine Uhr und sagt &#8220;noch drei Stunden, dann muss ich los&#8221; und Pia ist sich sicher, dass das eine Frage war, obwohl er nicht mit der Stimme hochgegangen ist.<\/p>\n<p>Pia f\u00e4hrt mit zum Flughafen und als sein Flug aufgerufen wird, steckt er ihr die Zunge zwischen die Z\u00e4hne, bis es <em>last call<\/em> hei\u00dft. Pia ruft ihm ihre Nummer nicht hinterher, weil sie sich die Bl\u00f6\u00dfe nicht geben will, dass er nicht anruft. Pia kann ja immer noch Siri fragen oder Frode oder die Amerikaner von gegen\u00fcber.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>*****<\/strong><\/p>\n<p>Pia schl\u00e4ft bis zum Nachmittag. Vor ihrem Fenster gr\u00f6len ein paar M\u00e4dels. Die spinnen, die Wikinger, hat ihr Bruder immer gesagt, und vielleicht h\u00e4tte Pia auf ihn h\u00f6ren sollen.<br \/>\nAls Pia aus der Dusche kommt, sitzen Siri und Frode in der K\u00fcche. Siri springt auf, als sie Pia hereinkommen sieht, und w\u00fchlt in der Tiefk\u00fchltruhe. Mit dem Deckel auf dem Kopf spricht sie mit Frode, aber Pia versteht nichts au\u00dfer ihrem Namen und grandios.<br \/>\nFrode guckt nicht begeistert, aber als Siri eine Pizza herauszieht, protestiert er nicht. Pia mag wenig auf Pizza, aber das ist nicht das Problem. Der Name grandiosa muss sich durch irgendetwas anderes begr\u00fcnden, denn Belag ist kaum auf der Pizza.<br \/>\nPia zieht einen Schein aus der Hosentasche und schiebt ihn Frode \u00fcber den Tisch zu. Er guckt sie an und ist entweder beleidigt oder belustigt. Vielleicht h\u00e4tte sie sich den Wechselkurs vorher genauer angucken sollen.<br \/>\nAber sie nimmt den Schein nicht zur\u00fcck und Frode fischt ihn vom Tisch, als er sich umdreht und ein kleines P\u00e4ckchen aus der Truhe holt. Zwischen den Fingern dreht er eine kleine Rolle und Pia blickt hoch zum Feuermelder. Frode f\u00e4ngt ihren Blick auf und sagt &#8220;snus&#8221;. Pia kennt snus nicht, aber als Frode sich die kleine Rolle unter die Oberlippe schiebt, hat sie wieder ein Wort gelernt.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter nimmt Frode Pia am Arm, fragt &#8220;\u00f8l?&#8221; und sie greift sich eine Flasche, die irgendwie in ihr Zimmer geraten ist, und geht hinter ihm her.<br \/>\nSie \u00fcberqueren den Platz zwischen den Wohnbl\u00f6cken, und am Hochhaus dr\u00fcckt er auf eine Klingel. Es passiert nichts, Frode ruft jemanden an, und dann geht die T\u00fcr auf und die beiden in den f\u00fcnfzehnten Stock.<br \/>\nEs sitzen lauter Leute in der K\u00fcche und das Fenster ist weit offen. Es ist ein Gitter davor, aber Pia will trotzdem nicht in die erste Reihe, Pia will eigentlich \u00fcberhaupt nicht hier sein, Pia will nicht schon wieder Bier trinken, ohne zu wissen, worum es geht. Vor ihr m\u00fcssen die gr\u00f6lenden M\u00e4dels von eben sein, oder alle Norwegerinnen halten sich an diesem Tag in den Armen und br\u00fcllen angeheitert herum.<br \/>\n&#8220;Fu\u00dfball&#8221;, sagt Frode und dann h\u00f6rt Pia es auch.<br \/>\nDas Stadion f\u00fcr die ganz gro\u00dfen Spiele ist nur einen Steinwurf entfernt und man kann den Stadionsprecher verstehen, sodass alle ah und dammit machen.<br \/>\nPia macht nichts, trinkt ihr Bier leer und geht in die WG zur\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>*****<\/strong><\/p>\n<p>In der Nacht tr\u00e4umt Pia von Jan.<br \/>\nEr jongliert mit \u00c4pfeln, w\u00e4hrend Pia auf einer Bank in einem Hinterhof sitzt, die letzten Sonnenstrahlen genie\u00dft, die noch \u00fcber die Hausd\u00e4cher flackern und ihre K\u00f6pfe erreichen. Ihr wird kalt, sie zieht ihre Jacke enger um sich. Die \u00c4pfel waren teuer. Jan l\u00e4sst zwei fallen und bei\u00dft in den dritten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>*****<\/strong><\/p>\n<p>Jemand hat Jans Nummer in Wandas Bauch geritzt. Pias Verdacht f\u00e4llt auf Frode, weil er sie offensichtlich zu seinem Projekt erkoren hat. Als Pia Wanda am Fu\u00df aus ihrer Jackentasche zieht, bemerkt sie die Kratzer auf ihrer Unterseite. Es sind Zahlen und Pia w\u00e4hlt. Jan meldete sich nur mit &#8220;hei&#8221;, aber Pia erkennt seine Stimme auch durch die Leitung. Ihr f\u00e4llt gerade keine Frage ein und sie legt auf.<\/p>\n<p>Am Abend erz\u00e4hlt Frode ihr etwas vom <em>Amat\u00f8ren<\/em> und weil Pia wohl so verst\u00e4ndnislos guckt wie sie ist, sagt er &#8220;\u00f8l?&#8221; und Pia folgt ihm.<br \/>\n&#8220;Norsk?&#8221;, sagt er, als sie sich in der Kneipe auf dem Wohnheimgel\u00e4nde gegen\u00fcber sitzen.<br \/>\nPia nickt, und dann zeigt er auf lauter Sachen und nennt die norwegischen Worte. Pia wiederholt brav, was er sagt. Dann kommt zum Gl\u00fcck Siri. Sie fragt Frode lauter Sachen, er fragt zur\u00fcck und dann lehnt sich Frode mit verschr\u00e4nkten Armen auf seinem Stuhl nach hinten.<br \/>\n&#8220;He does not like to speak English&#8221;, sagt Siri zu Pia.<br \/>\nPia nickt und die beiden M\u00e4dels unterhalten sich und lassen Frode einfach sitzen. Pia fragt auch Siri, warum sich alle immer nur lauter Fragen stellen, und Siri lacht und erkl\u00e4rt ihr etwas von der norwegischen Satzmelodie.<br \/>\n&#8220;Tonem?&#8221;, fragt Pia und Siri blickt sie erstaunt an.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>*****<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt nichts zu tun am Montag, und so wartet Pia darauf, dass Frode sich wieder um sie k\u00fcmmert. Aber anscheinend haben sie ihn beleidigt, denn Pia sieht ihn den ganzen Tag \u00fcberhaupt nicht. Siri sitzt seit morgens in der K\u00fcche, trinkt Kaffee und kritzelt auf einem riesigen Stapel von Ausdrucken herum. Sie sieht Pia genervt an, als die sich auch einen Becher holt und im T\u00fcrrahmen stehen bleibt.<br \/>\nAlso geht Pia raus und l\u00e4uft anderen Studierenden hinterher. Zwei gehen so schnell den Berg runter, dass Pia denkt, die werden wohl ein Ziel haben, und ihnen folgt. Sie fahren mit der Stra\u00dfenbahn und steigen in <em>Blindern<\/em> aus, und weil Pia gelesen hat, dass so das Unigel\u00e4nde hei\u00dft, steigt sie ebenfalls aus.<br \/>\nPia sieht sich nach englischen Schildern um und findet das B\u00fcro f\u00fcr die ausl\u00e4ndischen Studierenden. Eine schwarzhaarige Lange dr\u00fcckt ihr ein Programm in die Hand und Pia sagte &#8220;danke&#8221;, weil so hartes Englisch nur Deutsche sprechen.<br \/>\nDie Deutsche tippt auf die Kaffeestunde und auf die Begr\u00fc\u00dfungsveranstaltung am Ende der Woche. Pia mag keine Veranstaltungen, aber weil sie nicht einmal wei\u00df, wo ihr Sprachkurs sein wird, will sie doch hingehen.<br \/>\nDrau\u00dfen flie\u00dft Wasser \u00fcber viele Stufen das Gel\u00e4nde hinab. \u00dcberall sitzen Leute herum und keiner sieht aus wie ihre Mutter. Pia f\u00fchlt sich wohl hier.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weitere Kurz- bzw. K\u00fcrzestgeschichten von mir findet ihr auf dem Blog hier:<\/p>\n<ul>\n<li><a title=\"K\u00fcrzestgeschichte: Herzblatt\" href=\"https:\/\/www.skriving.de\/wordpress\/herzblatt-kuerzestgeschichte\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">K\u00fcrzestgeschichte: Herzblatt<\/a><\/li>\n<li><a title=\"K\u00fcrzestgeschichte: Alles ist relativ\" href=\"https:\/\/www.skriving.de\/wordpress\/kuerzestgeschichte-alles-ist-relativ\/\">K\u00fcrzestgeschichte: Alles ist relativ<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Krippenspiel mit Live-Geburt\" href=\"https:\/\/www.skriving.de\/wordpress\/krippenspiel-mit-live-geburt\/\">Krippenspiel mit Live-Geburt<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Und wie ihr einen \u00dcberblick \u00fcber eure Kurzgeschichten behaltet, erz\u00e4hle ich in <a title=\"Tipps zum Organisieren der eigenen Kurzgeschichten\" href=\"https:\/\/www.skriving.de\/wordpress\/tipps-zum-organisieren-der-eigenen-kurzgeschichten\/\"><strong>&#8220;Tipps zum Organisieren der eigenen Kurzgeschichten&#8221;<\/strong><\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei Schl\u00fcsselchen \u00f6ffnen dir jedes Herz, zwei niedliche, kleine, blanke. 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