Wochen-Schreibtipps: U wie …

Unzuverlässig zu sein, ist nicht schön. Beim Erzähler kann es allerdings ein gerissener Kniff sein. Dazu gleich mehr.

U wie Übersicht

Eine Übersichts-Karte zu Handlungsorten, Räumen oder Städten hilft, Details konsequent zu beschreiben und keine logischen Fehler einzubauen. Nicht nur für Fantasy-Autoren mit selbstgezeichneten Welten, auch für andere Autoren ist es sinnvoll, dass Figuren nicht aus dem Fenster springen, wenn die Wohnung im siebten Stock liegt (es sei denn, es ist so gewollt …) oder dass eine Zimmertür in eine Richtung geöffnet wird, wo ein Schrank steht.

U wie überflüssig

Irgendwann muss man seinen Text selbst als fertig betrachten. Idealerweise steht dann nichts Überflüssiges mehr drin und es fehlt auch nichts Notwendiges. Metaphern und Bilder sollten nicht nur im Text sein, weil sie schön klingen. Sie sollten auch nicht im nächsten Satz erklärt werden – das kann man an zu vielen „als ob/wäre/…“-Formulierungen feststellen.

U wie unzuverlässig

Ein unzuverlässiger Erzähler kann ein Kunstgriff sein. Dazu gibt es sogar literaturwissenschaftliche Theorien und Untersuchungen. Gut gelöst kann es sein, wenn am Ende der Geschichte das ganze Geschehen noch einmal neu gedeutet werden kann bzw. muss. Aus Filmen kennt man es, dass eine Szene aus unterschiedlichen Perspektiven mehrfach gezeigt wird. Normalerweise möchten sich die Leser aber auf ihren Erzähler verlassen können, denn sie folgen ihm durch die Geschichte und möchten ihm glauben können, dass er sich darin auskennt. So kann jemand, der am Ende eines Textes stirbt, diese Geschichte eigentlich nicht erzählt haben. Wer sich fürs unzuverlässige Erzählen interessiert, findet auf Wikipedia erste Informationen und Hinweise zum Weiterrecherchieren.

 

Am nächsten Montag geht es ganz v-ertraut weiter …

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