Wochen-Schreibtipps: I wie …

Zum Handwerk der letzten Woche gehören natürlich auch die heutigen Tipps …

I wie innerer Kritiker

Den inneren Kritiker auch mal ausblenden, um in den Schreibfluss zu kommen (oder drin zu bleiben). Später beim Überarbeiten darf man gerne auf ihn vertrauen, denn solche Stellen, über die man selbst beim Lesen stolpert, haben immer noch irgendeine Macke. Abhilfe? Laut vorlesen, bis es flüssig klingt; liegen lassen und nach einer Weile neu lesen; anders lesen: ausdrucken, Lesegerät, andere Schriftart wählen usw.; in eine andere Textform bringen: Dialog, Monolog, Gedicht, …

I wie Infodump

Infodump nennt man es, wenn Leser mit Informationen zugeschüttet werden. Lieber sparsam dosieren, die Leser selbst Hintergründe und Zusammenhänge entdecken lassen oder in Dialogen schrittweise enthüllen.

I wie Individualität

Individualität bei Figuren – ein vielschichtiges Thema. Denn es wird sowohl gepredigt, dass sich Leser mit den Figuren identifizieren können sollen, als auch, dass spezielle, außergewöhnliche Figuren sich eher ins Gedächtnis brennen. Wie so häufig, ist wohl der goldene Mittelweg zu finden. Denn zum Beispiel fiebern Leser eher mit, wenn die Hauptfigur ein (allgemeineres) Ziel erreichen möchte, das sie nachvollziehen können wie eine Liebe zu gewinnen oder Schulden loszuwerden. Dagegen ist das Vervollständigen einer Platten-Erstdruck-Reihe so speziell, dass es vermutlich wenige Leser mitfiebern lässt. Ein Platten-Fan, der Gerechtigkeit einfordert, ist also die sinnvollere Figur als ein Richter, der seine Plattensammlung vervollständigen möchte: Die außergewöhnlichen Merkmale bleiben besser bei den Charakterzügen, das konsensfähige Allgemeine bei den Motiven/Zielen.

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