Wochen-Schreibtipps: D wie …

Bei D und Schreiben fällt einem zuerst der Dialog ein und damit starten wir auch:

D wie Dialog:

Dialoge sind schwer, aber wichtig. Sie können die Figuren charakterisieren. Jede Figur sollte eine eigene Sprechweise haben: individuelle Ausdrücke, Lieblingssätze und die Wortwahl angelehnt an den Arbeitsbereich oder ein Hobby. Im Idealfall braucht man überhaupt keine Redeeinleitungen („sagte sie“), um zu erkennen, wer gerade etwas gesagt hat. Dialoge sollen wie wirkliche Gespräche anmuten, aber nicht so geschrieben werden mit allen Wiederholungen, abgebrochenen Sätzen, Füllwörtern usw.

Beim novemberlichen Schreibmarathon im Schreibraum Münster gebe ich einen Workshop mit vielen Details für gute Dialoge – denn sie sind das Salz in der Geschichtensuppe.

D wie Details:

Details sind es, die eine Figur lebendig wirken lassen. Ein hervorgehobenes äußeres Merkmal, ein Lieblingswort, eine Marotte oder ein Gegenstand, den die Figur immer bei sich trägt, machen aus einem Scherenschnitt einen Charakter. Wer erkennt Pippi Langstrumpf nicht schon von Weitem an ihren Zöpfen oder den Ringelsocken? Harry Potters Narbe? Oder der kultivierte Standesdünkel von Professor Börne aus dem Münster-Tatort?

Zu viele Informationen und Besonderheiten überfrachten jedoch den Text, denn Lesende möchten selbst ein Bild in ihrem Kopf entwickeln, also lieber eine herausragende Besonderheit entwickeln als mehrere kleine.

D wie Drang:

Seinen Namens-Drang sollte man im Zaum halten. So wichtig sinnvoll ausgewählte Namen für die Hauptfiguren sind, so verwirrend können zu viele Namen für alles und jeden sein. Einige Figuren werden besser mit ihrer Funktion erwähnt, wenn sie nur am Rand vorkommen, und bei allen Figuren sollte man sich fragen, wie die Perspektivfigur sie bezeichnen würde. Ansonsten gilt: Immer darauf achten, welche kulturellen, altersmäßigen, regionalen Anklänge schwingen in einem Namen mit? Schon allein dadurch machen sich Lesende ein Bild von der Figur.

Einen informativen, ausführlichen Artikel zu diesem Thema hat Richard Nordon auf seinem Schreibtipp-Blog veröffentlicht.

 

Nächsten Montag geht es mit dem E weiter!

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