Wochen-Schreibtipps: B wie …

Figuren sind der Kern jeder Geschichte. Mit den Figuren identifizieren sich die Leser, mit ihnen leiden und lachen sie und ihnen wünschen sie die Pest an den Hals. Deshalb ist es beim Schreiben wichtig, Informationen über die Figuren sinnvoll ins Geschehen einzubetten.

B wie Beschreibung:

Figuren sollten nicht in den Spiegel schauen, um ihr Äußeres zu beschreiben. Das haben Leser schon zu oft erlebt. Indem sich Figuren mit anderen vergleichen oder von ihnen abgrenzen, kann man viele Dinge herausstellen. Auch Verhalten spiegelt Äußerlichkeiten: Wer klein ist, muss oft zu anderen hochschauen, sieht in einer Menschenmenge wenig, kommt an Dinge vielleicht nur mit Hocker heran; eine Frau mit langen Haaren bindet sich morgens immer einen Zopf oder jemand mit raspelkurzen Haaren braucht entsprechend wenig Zeit im Bad usw.

B wie Back-Story:

Wie viel wann von der Back-Story in den Text einfließt, ist eine wichtige Entscheidung. Leser müssen nicht alles über eine Figur wissen – wichtig ist, dass der Autor den Hintergrund seiner Figuren kennt, damit er sie authentisch handeln und sprechen lassen kann.

B wie Figuren-Beziehungen:

Die Beziehungen zwischen den Figuren sind wichtig. Niemand, auch nicht ein Einsamer-Ermittler-Wolf, existiert im sozialen Vakuum. Wie die Figuren miteinander reden und aufeinander reagieren, trägt viel zur – unaufgesetzten – Charakterisierung bei. Allerdings sollte man sich auf ein übersichtliches Ensemble beschränken und nicht wie im realen Leben die Großfamilie, alle Nachbarn, alte Schulfreunde, die Sportvereinkumpels und Kollegen durch den Text defilieren lassen.

 

Und nächsten Montag kommen drei C-Tipps.

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