Wochen-Schreibtipps: E wie …

E ist ein bisschen wie A und O oder Alpha und Omega, denn in den heutigen Schreibtipps geht es um den Anfang und das Ende von Texten.

E wie Einführung:

Die Einführung in den Text muss sitzen. Denn der erste Eindruck zählt: im wahren Leben wie beim Lesen. Beim Schreiben sollte man also genau planen, wie man seine Figuren einführt und sie nicht einfach in die Handlung stolpern lassen. Eine blasse Figur ist eine schlechte Hauptfigur. Beim ersten Auftritt sollte ein Bild in den Köpfen der Leser entstehen – zum Charakter, zu den Motiven, Wünschen, Zielen und zum Aussehen der Figur ohne dies alles haargenau zu schildern.

E wie Eindruck:

Die Eindrücke einer Figur zu schildern, vertieft deren Charakterisierung. Denn Menschen nehmen Dinge unterschiedlich wahr, bevorzugen verschiedene Sinne. Wenn man die Augen schließt und jemand einen Satz sagt, stellt jeder sich andere Details vor: einige die Geräusche dazu, andere haben sofort Bilder im Kopf, wieder andere erinnern sich an ähnliche haptische Eindrücke. Kein Mensch nimmt, wenn er einen neuen Raum betritt, Gerüche, Geräusche, das Gefühl unter den Schuhen und die Einrichtung gleichberechtigt wahr. Zu viele Beschreibungen erschlagen die Leser. Wenn die Figuren unterschiedliche Sinne bevorzugen und man an diesen Eindrücken ihre Sprech- und Verhaltensweisen ausrichtet, werden sie individueller und realistischer.

E wie Ende:

Nicht nur erste Sätze, auch das Ende eines Textes sollte die Leser beindrucken; sie nachdenklich, glücklich, lachend, weinend, irritiert oder inspiriert zurücklassen. So kann die Geschichte im Kopf bleiben und wir als Autoren vielleicht auch – was ja für weitere geplante Lektüren unserer Leser nie verkehrt ist … Alle losen Fäden der Handlung sollten am Schluss noch einmal aufgegriffen sein. Das bedeutet nicht, dass die ganze Geschichte platt zu Ende erzählt sein muss – ein paar offene Fragen regen die Fantasie der Leser an –, aber wenn Leser sich nicht ernst genommen fühlen, weil während der Handlung ganz viele Fragen aufgeworfen und Figuren eingeführt wurden, die längs des Weges unter den Tisch gefallen sind, ist das schlecht. Dagegen ist ein Satz, der die Handlung noch einmal weiterdreht, besonders eindrücklich klingt oder einen Ausblick auf die Zukunft der Figuren liefert, ein idealer Abschluss.

 

Ob es bei F wohl um die Figuren geht? Na klar, aber da wartet am nächsten Montag noch mehr.

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