Eigenwerbung muss nicht stinken – sie kann sogar Spaß machen

Niemals ins Blaue hinein werben

Manch einer mag das Schreiben lieben, weil es eine Angelegenheit im stillen Kämmerlein ist. Dabei hat es nichts mit Angeberei zu tun, andere mit der eigenen Begeisterung anzustecken. Was ist verwerflich oder anstrengend daran, von einer eigenen Veröffentlichung zu erzählen oder sie als Abbinder unter die täglichen E-Mails zu setzen? Eher ist es erstaunlich, wie bewundernd oft die Reaktionen Außenstehender sind, die sich nicht vorstellen können, dass es Menschen wie du und ich sind, die unser Bücherregale füllen.

Zumindest im lokalen Umfeld ist man selbst als Autor oft Aufhänger genug, wenn man das Gefühl hat, das Thema gibt nicht so viel her. Denn die ersten Ansprechpartner, die Journalisten der regionalen Medien (Zeitungen, Wochenzeitschriften, aber auch Lokalradio und regionales Fernsehen), sind immer auf der Suche nach Geschichten aus der Gegend.

Insgesamt greifen beim Selbstmarketing oft viele Rädchen ineinander: Um eine Veranstaltung bekannt zu machen, ist es gut, Pressearbeit zu betreiben, für einen erfolgreichen Kontakt zur Presse kann es hilfreich sein, auf gut besuchte Veranstaltungen hinweisen zu können.

Ohne sich online zu vermarkten, geht heute beinahe nichts mehr. Auf der eigenen Internetseite finden sich Leseproben, eventuell auch Hörproben oder Videomitschnitte von Lesungen, Rezensionen und Presseberichte (Urheberrecht beachten!) oder Veranstaltungshinweise. Umgekehrt wird die Internetseite durch E-Mails, Visitenkarten und Netzaktivitäten bekannt: In Blogs, auf Twitter, bei Facebook oder Google+ gibt es regen Austausch unter Schreibenden.

Selbspräsentation im Internet

Bei Internetbuchhändlern und Literaturplattformen ist es hilfreich, positive Besprechungen zu haben – allerdings sollte man die nicht künstlich sammeln, indem man sie bezahlt oder Gefälligkeiten einfordert. Das ist schlechter Ton in der Branche. Dort kann man übrigens auch eigene Seiten anlegen, auf denen man seine Veröffentlichungen auf einen Blick präsentieren und sich vorstellen kann. Auch Buchtrailer sind dort eine Möglichkeit, potentiellen Lesern einen Einblick ins Kreative Schaffen zu geben. Wer Spaß an Videos hat, für den lohnt es sich, auf Youtube auf sich aufmerksam zu machen.

In diversen Autorendatenbanken kann man sich unabhängig von einer Neuerscheinung eintragen. Solche Datenbanken sind oft von den einzelnen Bundesländern und/oder Städten organisiert, aber auch in verschiedenen Genres gibt es Online-Verzeichnisse. Je häufiger man im Netz auftaucht, desto besser wird man gefunden.

Netzwerke zum Anfassen

Vergessen sollte man über diese virtuellen Netzwerke allerdings nicht die persönlichen Kontakte. Mit wem kann ich im lokalen Umfeld etwas auf die Beine stellen? Dazu gehören Fachleute wie Journalisten, Buchhändlerinnen oder Bibliothekare, aber auch die ganz „normalen“ Kontakte aus Familie, Freundeskreis und Hobby darf man in diesem Falle „ausnutzen“. Jeder, dem ich von meinem Buch erzähle, erzählt vielleicht wieder jemandem davon und der wiederum …

Jeder, dem ich eine Postkarte mit dem Buchcover darauf oder einen Werbe-Flyer für meine Lesung in die Hand drücke, ist ein potenzieller Käufer und Besucher und Weitergeber.

Das „Ausnutzen“ sollte allerdings nicht einseitig geschehen. Wenn ich Kollegen einspanne, damit die für mich werben, mache ich das umgekehrt genauso, zum Beispiel mit gegenseitigen Links.

Jetzt aber frisch ans Werk: Ideen sammeln, Kontakte motivieren und sich selbst gnadenlos anpreisen!

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