Buchmesse in Leipzig 2017

Dieses Jahr habe ich es endlich wieder einmal geschafft, zur Buchmesse nach Leipzig zu fahren. Vier Tage voller Bücher und Begegnungen, Lesungen und Literaturentdeckungen, abgelaufener Schuhsohlen und anregender Gespräche.

Leipzig liest – ein ganze Stadt ist Programm

eipziger Buchmesse 2017 Schokoladen-Café

In Leipzig lassen sich Bücher und Autoren jedoch nicht nur auf dem Messegelände entdecken: im März liest ganz Leipzig – so auch der Name des Katalogs „Leipzig liest“, aus dessen Fülle es schwerfällt, sich einen Terminplan ohne Überschneidungen zusammenzustellen. In Cafés und Buchhandlungen, am Bahnhof und in Fabriken. Und wenn man Pech hat, sind einige Veranstaltungen dann noch ausverkauft oder so überlaufen, dass man schwerlich hineinkommt, wie zum Beispiel die Nordische Lesenacht .oder die Lesungen der Absolventen vom Literaturinstitut …

Lesungen und Entdeckungen

Am Donnerstag habe ich hauptsächlich die Messehallen durchstromert und mich treiben lassen, habe hier einer Diskussionsrunde gelauscht und mich dort in eine Lesung gesetzt. Schön, wenn neben den vorher verabredeteten Terminen mit bereits bekannten Kunden oder neuen Projektpartnern auch dafür Zeit bleibt. Das Großartige an der Buchmesse ist ja, dass man nicht nur gezielt diejenigen hört, von denen man vorher schon begeistert war, sondern auch zufällig auf neue Autoren stößt, die man bisher nicht so beachtet hat. So habe ich bei den Nordischen Ländern Gudrun Skretting erlebt, die wunderbar von der Entstehungsgeschichte zu ihrem Jugendbuch „Mein Vater, das Kondom und andere nicht ganz dichte Sachen“ erzählt hat. Natürlich war ich damit nicht alleine, wie diese Vor-der-Öffnung- und Nach-der-Öffnung-Bilder beweisen:

leeres ARD-Forum Leipziger Buchmesse 2017eipziger Buchmesse 2017 Glashalle nach der Öffnung

Leipziger Lange Lesenacht

Lange Leipziger LesenachtAm Abend war ich bei der Langen Lesenacht in der Moritzbastei. Dort lesen die halbe Nacht lang in den verschiedenen Veranstaltungsräumen mehrere Autoren jeweils rund eine Dreiviertelstunde. Zur vollen Stunde kann man den Raum wechseln und sich mit Getränkenachschub versorgen oder einfach sitzenbleiben und sich vom nächsten Auftritt überraschen lassen. Dort habe ich unter anderem Nora Gomringer und Martin Spieß zugehört – eine großartig aufeinander abgestimmte Lesung von Lyrik und Prosa („Und bis es so weit ist, gibt es Eiscreme“)!

Standdienst bei den Freien Lektorinnen und Lektoren

eipziger Buchmesse 2017 Gemeinschaftsstand des Lektorenverbandes und der BücherfrauenAm Freitag habe ich mehrere Standdienste beim Lektorenverband übernommen, der wieder einmal mit einem Gemeinschaftsstand mit den Bücherfrauen auf der Messe präsent war. Während der gesamten Messetage stehen dort Lektorinnen und Lektoren bereit, um über den Verband zu informieren und Autoren zu beraten; allerdings gibt es jetzt bereits zum wiederholten Male die spezielle „Autorensprechstunde“. Dort können sich Autorinnen und Autoren zu ihren Manuskripten beraten lassen oder individuelle Fragen rund um die Verlagssuche, die Zusammenarbeit mit freien Lektoren oder ums Selfpublishing stellen. Da Selfpublishing einen immer größeren Raum einnimmt, war der Stand des Lektorenverbandes auch sinnvoll in Halle 5 in der Nähe des Selfpublisherverbandes untergebracht. Auch auf zahlreichen Veranstaltungen zum Thema Selfpublishing waren Verbandsmitglieder mit auf der Bühne, um Auskunft über unsere Arbeit zu geben und Fragen zu beantworten.

 

Autorenrunde auf der Buchmesse Leipzig

Am Samstag habe ich noch an der von Leander Wattig organisierten Autorenrunde teilgenommen, die unter #lar17 auf Twitter ganz schnell in die Trends gekommen ist, weil so viele so begeistert davon berichtet haben. Dies ist ein Tag voller Tischrunden zu den unterschiedlichsten Themen, die Autoren interessieren. Jeweils eine Dreiviertelstunde sitzen Interessierte zusammen und erfahren von einem Experten etwas zum Netzwerken unter Autoren, zu Buchtrailern, zu Autorenwebsites, zum Marketing im Selfpublishing, zum Lektorat, zu Klappentexten und und und. Unter anderem habe ich hier an einer Runde mit Stefanie Leo von den Bücherkindern teilgenommen, die uns erklärt hat, warum es die Königsdisziplin ist, für Kinder zu schreiben. Großartig, was sie mit ihrer Kinderredaktion stemmt und welche Einsichten aus erster Hand sie dadurch gewinnt!

ger Buchmesse 2017 Der Maulwurf wird 60

Fazit: Leipzig und die Buchmesse sind eine Reise wert!

Alles in allem waren die Tage in Leipzig übervoll und anstrengend, inspirierend und motivierend – den Messebesuch kann ich jedem nur empfehlen, der sich im Entferntesten für Buchstaben interessiert! Denn neben dem, wovon ich schon geschrieben habe, gibt es Antiquariate und lauter Stände, an denen Papier- und Druckkunst zu bewundern und erwerben ist, eine ganze Halle voller Manga-Comics und lauter genauso Buch-Verrückte wie man selbst.

Leipziger Buchmesse 2018

 

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