2. Runde Wochen-Schreibtipps – A wie again

Und auf in die zweite Runde! Dieses Mal nicht so wie im ersten Halbjahr genau festgelegt auf drei Tipps pro Woche, sondern immer genau so viel, wie zusammengekommen ist.

A wie Ausdrucksweise

In ihrer Ausdrucksweise sollte jede Figur ihren Charakter widerspiegeln: Herkunft, Beruf oder Hobbys, Umfeld. So braucht man in Dialogen keine umständlichen Redeeinleitungen und macht die Figuren lebendiger.

A wie Antagonisten

Auch Antagonisten brauchen gute Seiten, sonst wird der Text zu klischeehaft. Diese Gegenspieler sollten eine positive Eigenschaft haben, aus ihrer Sicht ein gutes Ziel verfolgen oder eine Schwäche haben, mit der sich die Leser identifizieren können.

A wie Archetypen

Der Begriff Archetyp kommt aus der Psychologie, wird inzwischen jedoch auch häufig in der Literatur genutzt. Dort sind mit feststehenden Merkmalen verbundene Figurentypen gemeint. In „Die Odyssee des Drehbuchschreibers“ erläutert Christopher Vogel klassische Archetypen in der Literatur. Zum Beispiel ist „der Mentor“ ein klassischer Archetyp, der in sehr vielen Texten vorkommt.

A wie Adjektive

Adjektive haben häufig einen schlechten Ruf. Sie können jedoch exakte Beschreibungen liefern, auf die Autoren nicht verzichten sollten. Zu viele Adjektive – und gar in Reihungen – versalzen es dann aber wieder. Noch kritischer als bei Adjektiven sollten Autoren jedoch bei Adverbien im eigenen Text sein. Adjektive beschreiben Dinge/Substantive, Adverbien beschreiben Handlungen/Verben, zum Beispiel „sie sagte energisch“. Vieles lässt sich durch passendere Verben ersetzen, einiges ist ohnehin überflüssig, denn „er rannte schnell“ ist doppelt erklärt. Durch die Verwendung von (vielen) Adverbien zeichnen sich in der Regel Genre-Texte aus. Hier gilt dasselbe wie bei variierten Redeeinleitungen: Wenn es zum Text/Genre passt – wunderbar! Ansonsten: Aufgepasst!

A wie Assoziationen

Assoziationen einrechnen: Wörter haben einen bestimmten Klang und rufen Vorstellungen ins uns hervor. Meckern klingt allein durch das harte „ck“ aggressiv, trödeln durch sein langes „ö“ zeitraubend.

A wie Autobiografische oder: typische Autorenfragen

Inwieweit ist der Text autobiografisch? Eine der am häufigsten gestellten (oder zumindest gedachten) Fragen von Lesern. Das muss man aushalten lernen, sich vielleicht eine Antwort zurechtlegen …

 

Schon über ein halbes Jahr ist es her, dass ich mit den wöchentlichen Schreibtipps begonnen habe. Anfang Januar 2016 ging es um A wie andere Sprachen, abtippen und Alternativen.

In der nächsten Woche geht es wie gewohnt mit B weiter.

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